Sieger gekürt: Olympische Momente bei festlicher Sportler-Gala
DORTMUND Am liebsten hätte er vor Freude laut aufgeschrieen. Dann reckte Hans-Peter Durst aber triumphierend die Faust in die Höhe und rief laut: „Das gibt es doch gar nicht!“
Paracycling-Weltmeister Hans-Peter Durst fühlte sich sehr geehrt, als ihm Ursula Happe (85), Schwimm-Olympiasiegerin von Melbourne 1956, die Statuette überreichte. (Foto: Dieter Menne)
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Es war einer der vielen schönen, der emotionalen Momente bei der Gala in den Räumen von Mercedes Benz zu Ehren von Dortmunds Sportlern des Jahres 2011. 400 Gäste hatten sich eingefunden, sie erlebten einige Stunden bester Stimmung, herrlicher Erinnerungen, schönster Vorfreude, feinstem Humor und vieler warmer Worte. Und Hans-Peter Durst, der Paracycling-Weltmeister, ein Sportler mit Handicap nach einem schweren Autounfall in den 90er-Jahren, schaute völlig überrascht in die Runde der festlichen Besucher.
Krönung eines Jahres
Damit habe er nie gerechnet, meinte der 53-Jährige, „ich als Bayer in der Fußball-Stadt Dortmund, das kann ich nicht glauben“. Es sei die Krönung eines Jahres, „das ein einziger Traum war“, meinte er. Und als ihm seine Laudatorin und Schwimm-Olympiasiegerin Ursula Happe wünschte, „ich hoffe, dass die Paralympics in London für Sie wunderbar werden“, da blickte Hans-Peter Durst einen Augenblick ergriffen zur Seite.
Fotostrecke Dortmunds Sportler des Jahres 2011: Die Gala in der Mercedes-Benz-Niederlassung
Es war ein Abend für die besten Sportler der Stadt, sie galt es zu küren und zu ehren. Und irgendwie schwebten die Gedanken und die Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2012 durch den festlichen Raum. Wieder stand der Ruder-Achter auf dem Podest ganz oben, und Ralf Holtmeyer, der Schmied dieses seit Jahren ungeschlagenen Bootes, gab ungeschminkt die Parole aus: „Go for Gold.“Grompe medaillenverdächtig
Gleich zu Beginn hatte das Moderatoren-Duo Petra Nachtigäller (RN) und Mathias Scherf (Radio 91,2) Katharina Grompe geehrt. Das Strahlen der 18-jährigen Sprinterin füllte den ganzen Saal, mit einem traumhaften kurzen schwarzen Kleid und einer riesigen bronze-farbenen Schleife war sie auch in Sachen Mode medaillenverdächtig. Fast schien sie ein wenig überwältigt von der Zeremonie, lauschte den Worten von Doppel-Olympiasiegerin Annegret Richter, die selbst mit 22 Jahren Sprint-Gold gewonnen hatte, und lächelte verlegen, als diese sagte: „Vielleicht möchte ich ja bald ein Autogramm von Ihnen.“
Ein bunter, ein abwechslungsreicher Abend, ein untrügliches Zeichen, wie stark, wie vielfältig die Sportstadt Dortmund ist. Auch ohne Borussia, aber natürlich auch mit. Der BVB hatte Jürgen Klopp und Mats Hummels entsandt, und sie waren so herrlich aufgeräumt, so prima gelaunt, so schlagfertig, da konnte kein Comedian mithalten."Pöhler" Klopp
Erst klärte Jürgen Klopp auf, das Wort „Pöhler“ auf seiner Kappe stehe für Spaß am Fußball und nicht für rustikales Gekicke, dann meinte er mit Blick auf den Rest der Saison: „Ich hoffe, wir sind bis zum Schluss dabei, und im Endspurt sind wir stark.“ Das perfekte Schlusswort eines schönes Abends.

















