Abraham will als Weltmeister weiter kassieren

Nürnberg (dpa) Der Mann gibt sich geläutert. Boxer Artur Abraham ist trainingsfleißig und kassiert Lob vom strengen Trainer schon vor seiner ersten Titelverteidigung nach dem gelungenen Comeback.

  • Arthur Abraham beim Sparring mit Coach Ulli Wegner. Foto: Daniel Karmann

    Arthur Abraham beim Sparring mit Coach Ulli Wegner. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

Der WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht will seinen persönlichen Wandel am Samstag in Nürnberg gegen seinen Herausforderer Mehdi Bouadla aus Frankreich bestätigen. «So gut lief es noch nie», beschrieb Trainer Ulli Wegner die Vorbereitung in der Abgeschiedenheit von Kienbaum und Neuruppin mit seinem Schützling, der in der Vergangenheit nicht immer so geradlinig und zielgerichtet arbeitete.

Der 32-Jährige, der nach seinen bitteren Niederlagen im Super-Six-Turnier einen Karriereknick und schmerzenden Imageverlust verkraften musste, weiß: Nur der Titel garantiert weitere Zahltage und Anerkennung. «Über eine mögliche Niederlage haben wir uns keine Gedanken gemacht. Der Sieg ist Pflicht», sagte Meistermacher Wegner, mit seiner heiseren Stimme der Joe Cocker unter den Box-Trainern.

Die Rückkehr im August auf den WM-Thron nach dem einstimmigen Punktsieg über Robert Stieglitz hat Abraham gelehrt, dass das Einhalten taktischer Marschrouten helfen kann. Im Kampf um den Titel war der in Armenien geborene Herausforderer nicht wie sonst auf den schnellen K.o. aus. Außerdem war Abraham gegen den «maßgeschneiderten Gegner» und wohl schwächsten aller Weltmeister im Supermittelgewicht schon vom ersten Gong an hellwach und voll bei der Sache. So soll es am Samstag auch gegen den zwei Jahre jüngeren Franzosen laufen, der von seinen bisher 30 Kämpfen vier verlor.

Abraham ist fest davon überzeugt, dass er auch nach seinem 39. Profikampf (drei Niederlagen) den Ring als Sieger verlässt. «Ich bin sehr gut vorbereitet und überzeugt, dass ich gewinne», sagte er ganz nüchtern beim ersten Aufeinandertreffen der Gegner in Nürnberg drei Tage vor dem Kampf. Noch immer boxt er mit Titanplatten und Schrauben im Kiefer, den er sich in einem der vielleicht denkwürdigsten Kämpfe der Boxgeschichte vor sechs Jahren im Fight gegen den trotzdem unterlegenen Edison Miranda gebrochen hatte.

Auf ähnliche Dramatik mit viel Blut können die meisten Zuschauer in der Arena von Nürnberg und vor dem Fernseher sicher verzichten. Beim Ersten sitzen die Boxfans noch mindestens bis 2014 - mit Option für ein weiteres Jahr - in der ersten Reihe. So lange läuft der TV-Vertrag mit dem Sauerland-Boxstall mit garantierten acht bis zehn Veranstaltungen pro Jahr. Und so lange will auch Abraham mit seinem WM-Gürtel noch mitmischen. Ein mit Stieglitz vereinbarter Rückkampf ist zur Zeit wegen juristischer Probleme des Ex-Weltmeisters aus Magdeburg allerdings ungewiss.

Sein erfolgreiches Comeback-Jahr will Abraham in Nürnberg, wo er früher als Amateur «für ein Hendl und ein Bier» boxte, mit dem vierten Sieg 2012 abschließen. Dabei vertraut der Berliner auch auf Symbolik. Wie vor seinem K.o.-Sieg am 14. Januar gegen den Argentinier Natalio Farias sorgen die Berliner Country-Rocker BossHoss wieder für die Einmarschmusik.

Autor
Andreas Zellmer, dpa
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  • Erstellt:
    14. Dezember 2012, 11:18 Uhr
    Aktualisiert:
    14. Dezember 2012, 11:23 Uhr
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