Kaymer und die Talente: Starkes Jahr für deutsche Golfer

Berlin (dpa) Martin Kaymers entscheidender Zwei-Meter-Putt zum Ryder-Cup-Triumph der Europäer Ende September über die US-Stars um Tiger Woods und Co. hatte Symbolcharakter.

  • Martin Kaymer lochte 2012 den entscheidenden Putt zum Ryder-Cup-Triumph der Europäer. Foto: Larry W. Smith

    Martin Kaymer lochte 2012 den entscheidenden Putt zum Ryder-Cup-Triumph der Europäer. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa

So nervenstark und sicher wie Deutschlands bester Golfer den kleinen weißen Ball auf dem 18. Grün des Medinah Country Clubs in Illinois im Loch versenkte, so erfolgreich war das Jahr 2012 für den deutschen Golfsport.

Kaymer und Marcel Siem glänzten mit Turniersiegen, die Jung-Profis Maximilian Kieffer und Moritz Lambert sicherten sich die Spielberechtigung für die Europa-Tour, und Caroline Masson qualifizierte sich für die lukrative US-Tour (LPGA), auf der auch schon Sandra Gal spielt. Doch nicht nur die Profis zauberten auf den Golfplätzen rund um den Globus, auch die Amateure des Deutschen Golf Verbandes (DGV) spielten sehr erfolgreich. Bei den Team-Weltmeisterschaften im türkischen Belek gewannen die Damen die Silbermedaille, die Herren kehrten mit der Bronzemedaille nach Hause zurück. Zudem verfügt der DGV mit dem erst 15-jährigen Dominic Foos über eines der besten Nachwuchstalente weltweit.

Kein Wunder, dass in der DGV-Zentrale in Wiesbaden eine überaus positive Jahresbilanz gefeiert wurde: «Ich bin sehr zufrieden, schließlich war 2012 eines der sportlich erfolgreichsten Jahre der letzten Zeit für den Deutschen Golf Verband» sagte Verbandspräsident Hans Joachim Nothelfer der Nachrichtenagentur dpa. Die Erfolge bestärken den DGV, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. «Diese Leistungen sind ein positives Signal, dass die Aufbauarbeit der vergangenen Jahre mit den Spielerinnen und Spielern in den Heimatclubs, Landeskadern und Nationalkadern Früchte trägt und auch die auf den olympischen Weg zugeschnittenen strukturellen und inhaltlichen Veränderungen richtig sind», sagte Nothelfer, der sich besonders über die WM-Medaillen der Amateure freute.

Für das Jahr 2013 sieht sich der DGV gut aufgestellt. National wird mit der Deutschen Golf Liga ein neues Wettkampfsystem für Amateure geschaffen. International soll das Golf Team Germany - ein Gemeinschaftsprojekt von DGV und der PGA of Germany, in dem Tourspieler und Amateure vereint sind - für Aufmerksamkeit sorgen. «Schließlich haben wir alle ein großes Ziel vor Augen: die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro», sagte Nothelfer.

Rio 2016 ist natürlich das Fernziel für Kaymer. Nach einer eher durchwachsenen ersten Jahreshälfte konnte die ehemalige Nummer eins der Welt mit seinem zweiten Ryder-Cup-Erfolg und mit dem herbeigesehnten Turniersieg in Südafrika im Dezember doch noch einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern. Damit ist Kaymer, der an diesem Freitag seinen 28. Geburtstag feiert, seiner Maxime treugeblieben, seit 2008 in jedem Jahr ein Profi-Turnier zu gewinnen. Auch Siem konnte 2012 einen riesigen Pokal in die Höhe stemmen. Mit dem Triumph bei den Open-de-France im Juli landete der 32-Jährige aus Ratingen seinen zweiten Turniersieg seit 2004 auf der Europa Tour. Und mit dem 14. Rang in der europäischen Geldrangliste, dem Race to Dubai, krönte Siem das erfolgreichste Jahr seiner Karriere.

2013 werden vier deutsche Golfer regelmäßig auf den Profi-Turnieren abschlagen. Kaymer zieht es im neuen Jahr vermehrt auf die lukrative US-PGA-Tour, während Siem, Kieffer und Lambert die European Tour aufmischen wollen. Vor allem auf das Auftreten der beiden Neulinge darf man gespannt sein. Der 22 Jahre alte Kieffer aus Düsseldorf beendete die zweitklassige Challenge Tour als sehr guter 14. und stieg damit in die europäische Eliteliga auf. Der erst 20 Jahre alte Lambert aus Sandhausen sicherte sich die Tour-Karte über den mühsamen Weg der Qualifying School.

Auch bei den Frauen hat sich 2012 einiges getan. Caroline Masson spielte eine überragende Saison und darf nach der erfolgreich absolvierten Qualifying School im neuen Jahr wie Sandra Gal auf der LPGA-Tour in den USA abschlagen. Der neue Damen-Bundestrainer Stephan Morales will diesen Erfolg noch ausbauen und hat dabei sehr ehrgeizige Ziele: «Mein Ziel ist es, sowohl beim Solheim Cup 2015 in St. Leon-Rot als auch bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro mit mindestens einer deutschen Spielerin vertreten zu sein.» Im Solheim Cup treten die besten Golferinnen aus Europa und den USA zu ihrem Kontinentalvergleich an.

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Autor
Marc Möller, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    27. Dezember 2012, 10:44 Uhr
    Aktualisiert:
    27. Dezember 2012, 10:46 Uhr