Bewährungsstrafen im Falschgeldprozess: Blüten brachten kein Glück

MÜNSTER/AHAUS Sie träumten vom großen Coup, von Luxus und Reichtum. Doch der Einstieg in die Falschgeld-Branche wurde für zwei Freunde zum Fiasko. Gleich nach ihrem ersten „Blüten-Einsatz“ in Ahaus wurden sie festgenommen. Am Mittwoch folgten die Urteile.

Die 11. Strafkammer des Landgerichts Münster verhängte 18 beziehungsweise 24 Monate Haft auf Bewährung. Und das war noch gut gemeint. Es hätte nicht viel gefehlt, und die beiden Angeklagten hätten Gefängnisstrafen kassiert.
 
Die Polizei hatte die 29 und 30 Jahre alten Männer damals wochenlang observiert. Es ging um Einbrüche und Falschgeld. Selbst Gespräche in Autos wurden per „Lauschangriff“ abgehört.

Druckerei in Bulgarien
 
Die Straftaten gehen auf die ersten Monate des Jahres 2010 zurück. Damals waren im Kreis Borken plötzlich zahlreiche „Blüten“ aufgetaucht. Das Falschgeld kam aus einer geheimen Druckerei in Bulgarien, die Verteilerzentrale war offenbar in Reken. Mit den gefälschten Geldscheinen wurde unter anderem in einem Elektronikgeschäft in Ahaus und in einer Spielhalle in Velen bezahlt.

Die Angeklagten hatten ihren falschen Hunderter bei einem Fastfood-Lokal in Ahaus über die Theke geschoben. Sie kauften ein kleines Eis, verprassten anschließend das echte Wechselgeld.

„Die Angeklagten wollten groß Kasse machen und gleich mehrere Verteilerebenen aufbauen“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Bei der Planung war von Falschgeld mit einem Nennwert von bis zu einer halben Million Euro die Rede.

"Traumtänzerei"
 
Die Verteidiger bezeichneten die Pläne jedoch als „Traumtänzerei“. Die Tat sei aus reiner Geldnot passiert. Anwältin Iris Grohmann: „Mein Mandant stand damals völlig mittellos da.“ Nur deshalb sei er auf Abwege geraten.
 
Die unterschiedliche Strafhöhe erklärt sich durch eine weitere Tat. Einer der Angeklagten war mit dabei, als in Gronau drei Mal hintereinander versucht worden ist, in ein und dieselbe Tankstelle einzubrechen.

Einmal wurde dabei sogar ein Loch in eine gemauerte Wand gestemmt. Beute wurde jedoch nie gemacht. Beim dritten Mal ging sogar die Alarmanlage los, die der Besitzer zwischenzeitlich installiert hatte. Im Prozess hatten beide Angeklagte umfassende Geständnisse abgelegt.
Interessant, was Sie hier lesen? Neues aus Ahaus gibt's auch als Mail

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter und verpassen Sie nichts aus Ahaus. Hier anmelden und Newsletter auswählen!

KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Abonummer

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Einwilligungserklärung:
Ja, ich bin damit einverstanden, dass die Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG mich über interessante Bezugsangebote zu ihrer Tageszeitung, zum Bezug per Internet oder zu ihren Reisen per E-Mail und Telefon informiert. Meine Einwilligung zu einer derartigen Kontaktaufnahme zwecks Informationserhalt ist für einen Zeitraum von 2 Jahren gültig. Ich kann jederzeit über meine Einwilligung verfügen, indem ich widerrufe. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen und akzeptiere diese.
ja nein      

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 23 x 2?