Ab Dezember: Bogestra setzt Busse mit mehr Platz für Rollatoren und Co. ein

BOCHUM Stickige Luft, unvermeidlicher Körperkontakt, teils uneinsichtige Mitfahrer, Gedränge. Bus- und Bahnfahren zu den Stoßzeiten ist nicht immer ein Spaß. Besonders Menschen, die mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind, kommen dann schnell mal in Bedrängnis. Darauf will die Bogestra nun reagieren, ab Dezember sind neue Busse mit vergrößerten Nutzflächen im Einsatz.

  • Zu den Stoßzeiten ist nicht in allen Bussen genug Platz für Rollatorfahrer, im schlimmsten Fall müssen sie auf den nächsten warten. Ab Dezember soll sich das mit neuen, geräumigeren Bussen ändern.

    Zu den Stoßzeiten ist nicht in allen Bussen genug Platz für Rollatorfahrer, im schlimmsten Fall müssen sie auf den nächsten warten. Ab Dezember soll sich das mit neuen, geräumigeren Bussen ändern. Foto: Meinert

„Besonders die Rollator-Fahrer sind in letzter Zeit immer häufiger mit Bus und Bahn unterwegs“, sagt Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns. Dieser steigenden Anzahl an Menschen, die in Bus und Bahn mehr Platz brauchen, als andere Mitfahrer, begegnet das Unternehmen seit 2008 mit den Vario-Bahnen, deren Nutzflächen größer sind als die der normalen Bahnen.

Nutzfläche vergrößert

Dasselbe Konzept soll nun ab Anfang Dezember auch in einigen Bussen umgesetzt werden. Sechs neue Gelenk- und fünf neue kurze Busse werden dann mehr Platz bieten: Durch den Wegfall zweier Sitzplätze in den Ausstiegsbereichen der Fahrzeuge vergrößert sich die Nutzfläche in den großen Bussen auf 2,30 Meter, in den kleinen auf 2,75 Meter Länge.

Schwerpunktmäßig sollen die neuen Busse auf den Linien 368 und 345 eingesetzt werden. Erarbeitet wurde das Platzkonzept in Zusammenarbeit mit Behindertenvereinen. Dabei ging es auch um die Verbesserung etwa für Blinde oder Taube.

Nicht auf den Rollator setzen

Kommt es dennoch zu Problemen, gilt, was auch jetzt Usus ist: Wer mitgenommen wird, liegt im Ermessen des Busfahrers. Ist der Bus voll, kann er die Mitnahme auch von behinderten Personen untersagen. Versperren andere Mitfahrer Rollstuhlfahrern die für sie vorgesehenen Flächen, darf er sie auffordern, Platz zu machen. Was er nicht darf ist, Rollator-Fahrer bitten, sich auf ihr Hilfsmittel zu setzen. „Das ist wirklich gefährlich“, sagt Sandra Bruns.

Gisela Gaedigk aber hat genau so einen Fall erlebt. Vor zwei Jahren wollte die Bochumerin mit ihrem Rollator in der Linie 345 von Sinn-Leffers zum Freigrafendamm fahren. In dem vollen Bus habe der Fahrer sie aufgefordert den Sitzplatz freizugeben und sich auf ihren Rollator zu setzen. „Ich habe mich drei Mal bei der Bogestra beschwert.“ Sogar den Busfahrer habe sie beschreiben können, passiert sei nichts.

Kompetenz-Schulungen

Was sie außerdem stört: „Viele achten nicht darauf, nah genug am Bürgersteig zu halten.“ Dann hat sie Schwierigkeiten beim Einsteigen und wegen Überfüllung stehen gelassen habe man sie auch schon öfter. Das zumindest könnte ab Dezember ein Ende haben und für die Kompetenz der Busfahrer in solchen Situationen gebe es spezielle Schulungen, sagt Sandra Bruns.

Das empfiehlt die Bogestra ihren Kunden mit Rollator: Vermeiden Sie Fahrten in den Hauptverkehrszeiten. Informieren Sie sich unter Tel. (0234) 303 40 40 über Störungen an Aufzügen. Halten Sie einen Mindestabstand von einem Meter zum Fahrzeug. Dann kann der Busfahrer dichter an den Bordstein fahren. Setzen oder stützen Sie sich nicht auf den Rollator. Stehen Sie erst von ihrem Platz auf, wenn das Fahrzeug steht und lösen Sie auch dann erst die Bremse an Ihrem Rollator.
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