Angstraum U-Bahn: Wie sicher sind Bochums U-Bahn-Haltestellen?

BOCHUM Dunkle, verschachtelte Gänge, fahles Licht, wenig los – das subjektive Empfinden prägt das Bild vom Angstraum U-Bahn-Station. Nüchtern betrachtet passiert in Bochums Untergrund nicht viel. Trotzdem: Wenn etwas passiert, wie erst am Sonntag, als ein 23-Jähriger in der Haltestelle Zeche Constantin attackiert wurde, läuten die Alarmglocken.

  • Die U-Bahnstation »Zeche Constantin« war am Sonntagmorgen Schauplatz eines unschönen Vorfalls: Ein 23-Jähriger wurde verprügelt und stürzte ins Gleisbett.

    Die U-Bahnstation »Zeche Constantin« war am Sonntagmorgen Schauplatz eines unschönen Vorfalls: Ein 23-Jähriger wurde verprügelt und stürzte ins Gleisbett. Foto: Leitmann (Stadt Bochum)

Die Gefahr, Opfer einer Gewaltattacke zu werden liegt laut Bogestra bei 0,003 Prozent. Zu präsent sind aber nach wie vor die Bilder aus Berlin, Frankfurt oder München, als in U-Bahnhöfen Menschenjagden und brutale Schlägereien stattfanden. In Bochum ist das eher die Ausnahme – zumindest mit zivilen Opfern. Häufiger sei, so Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns, dass beispielsweise Kontrolleure Opfer von Übergriffen würden.

Bedauernswerter Einzelfall

Wirklich gravierend sind auch diese Auseinandersetzungen selten. „Rempeln, schubsen, anspucken – von allem etwas“, sagt Bruns. Das Unwohlsein, das viele Bahnkunden vor allem in den Nachtstunden mit dem Gang in die U-Bahn verbinden, kann Bruns dennoch nachvollziehen. „Wir sind uns des Problems bewusst“, sagt sie. Mit einer Vielzahl an Aktionen soll diesem Negativ-Image entgegen gewirkt werden.

Eine Situation wie am Sonntagmorgen ist glücklicherweise die Seltenheit. Dass ein Fahrgast auf einen anderen einprügelt, weil er ihn gebeten haben soll, die Zigarette in der Bahn auszumachen, ist erschreckend – aber nur ein bedauernswerter Einzelfall. Dass dem Opfer in der Station Zeche Constantin nicht mehr passiert ist, ist Glück im Unglück. Der Sturz ins Gleisbett hätte fatale Folgen für den jungen Mann haben können.

Hilfe von Zeugen gefragt

Wäre in diesem Augenblick eine Bahn gekommen, hätte er wenig Chancen gehabt, heile und gesund wieder aus der Gleisanlage heraus zu kommen. Er erlitt laut Polizei nur leichte Verletzungen – und konnte vor dem Angreifer flüchten. Nach dem U-Bahn-Schläger fahndet die Polizei wegen Körperverletzung. Die Aufnahmen der Überwachungskamera werden nach brauchbarem Bildermaterial durchsucht.

„Jeder Fall von körperlicher Gewalt ist einer zuviel“, sagt Sandra Bruns. Um den Fall restlos aufklären zu können, bittet die Bogestra um die Mithilfe von möglichen Zeugen. Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter Tel. (0234) 909-8110 entgegen. Auch wenn der U-Bahn-Schläger weiter auf freiem Fuß ist – objektiv betrachtet ist die U-Bahn kein Angstraum.

Die „Aktion-tu-was“ für mehr Zivilcourage. Hinsehen statt Wegschauen, Engagement statt Gleichgültigkeit: Mit ihrer Informationsoffensive „Aktion-tu-was“ will die Polizei das Bewusstsein für mehr Solidarität und größere Hilfsbereitschaft stärken . Das Angebot beinhaltet ein Plakat, ein Faltblatt, eine Infokarte und eine DVD zum Thema „Weggeschaut ist mitgemacht“. Die Medien liegen in jeder Polizeidienststelle aus.
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