09.09.2012 17:18 Uhr
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Asylbewerber-Erstaufnahme: Erste Flüchtlinge sind in Notunterkunft angekommen

DERNE Am Sonntag sind die ersten Flüchtlinge in der provisorischen Asylbewerber-Erstaufnahme in Derne angekommen. Weil die Einrichtung in Hacheney überlastet ist, werden sie in der ehemaligen Hauptschule untergebracht. Wir haben uns dort umgeschaut.Von Bettina Kiwitt

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Cetin Yayla ist einer der Wachleute an der Hauptschule Derne. Im Hintergrund sind die Flüchtlinge und die beiden Container zu sehen. (Foto: Bettina Kiwitt)

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Die beiden Standorte: Hacheney (rot) und Derne (grün)


Zweiter Standort für Asylbewerber-Erstaufnahme in Dortmund auf einer größeren Karte anzeigen

Ein provisorischer Zaun sperrt neuerdings die ehemalige Hauptschule Derne ab. Er dient als Schutz – für Menschen, die vor der Gewalt in ihren Ländern wie Syrien, Afghanistan, Irak oder Iran geflohen sind. Sie dürfen den Zaun jederzeit passieren, aber nicht jeder darf rein. Dafür sorgt Wachmann Cetin Yayla.

Sonntagmittag kam die erste Gruppe von Menschen aus der Erstaufnahme für Asylbewerber in Hacheney in Derne an. In Hacheney sind die räumlichen Kapazitäten seit einigen Tagen völlig ausgereizt. „Die Enge dort ist erdrückend. Die Menschen sind froh, dort wegzukommen“, weiß Renate Walkenhorst, Sprecherin der Organisation „European Homecare“ (EHC), die die Asylbewerber im Auftrag der Stadt Dortmund betreut.

Flüchtlinge bleiben drei bis vier Tage
 
An der Hauptschule gibt es im Keller Duschen, zusätzlich hat die Stadt einen Dusch- und einen WC-Container aufgestellt. Es gibt einen Spielplatz. Die Flüchtlinge sollen nur drei bis vier Tage bleiben, dann werden sie in die Landesunterkünfte weitergeleitet. Die Asylanträge werden ausschließlich in Hacheney aufgenommen, sodass alle Erstankömmlinge zunächst dort untergebracht werden.

Spielsachen-Spenden sind ab heute willkommen
 
Als am Sonntagmittag die ersten Flüchtlinge – darunter viele Frauen und Kinder – in Derne ankamen, „haben einige Nachbarn neugierig vorbeigeschaut“, berichtet Walkenhorst. „Ressentiments habe ich nicht gespürt. Einige haben sogar gefragt, ob sie helfen könnten.“ Dafür sei es noch etwas früh gewesen, die Menschen müssten sich erst einmal in der neuen Umgebung einleben.
    
Aber ab heute seien Spielsachen für die Kinder durchaus willkommen, „Es darf nicht zu viel und zu sperrig sein. Sie müssen ja noch weiterziehen.“Das Herz aufgehen würde der EHC-Sprecherin, wenn die Anwohner den Menschen das Gefühl geben würden: „Wir akzeptieren euch.“

Nach Walkenhorsts Erfahrung ist eher das Gegenteil der Fall. Einen „dicken Hals“ bekommt sie nach zehn Jahren EHC-Arbeit noch, „wenn jemand behauptet, ,die wollen doch nur Geld absahnen‘. Die Menschen haben ihre ganze Existenz verloren. Die sind geflohen, um ihr Leben zu retten!“ Manche sprächen nicht mehr, manche schliefen sehr schlecht, manche würden aggressiv: für geschulte Betreuer ein klares Zeichen für eine Traumatisierung. Die Menschen haben Dinge gesehen und erlebt, die die Seele krankmachen.

Protest der NPD
 
Diese Menschen müssen heute einen Protest der rechtsextremen NPD über sich ergehen lassen. Die Wachen werden daher verstärkt. Wachmann Cetin Yayla wirkt entschlossen, sich jedem mit bösem Ansinnen in den Weg zu stellen. Und dann ist da noch der Zaun. 

Am Mittwoch (12.9.) informiert die Stadt Dortmund die Derner Bürger über die Aufnahme von Flüchtlingen. Beginn ist 19 Uhr im Saal der Luthergemeinde an der Altenderner Straße 62.
 

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