06.09.2012 15:58 Uhr
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Asylbewerber-Erstaufnahme: Überfüllung: Stadt richtet Notunterkunft in Derne ein

DERNE Weil die 350 Plätze in der Aylbewerber-Erstaufnahme in Hacheney wegen anhaltender Flüchtlingsströme permanent belegt sind, baut die Stadt in der früheren Hauptschule in Derne eine Notaufnahme auf. Die ersten Flüchtlinge reisen am Wochenende an.Von Peter Bandermann und Oliver Volmerich

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Asylbewerber vor den Toren der Erstaufnahme im Dortmunder Stadtteil Hacheney. (Foto: Peter Bandermann)

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Die beiden Standorte: Hacheney (rot) und Derne (grün)


Zweiter Standort für Asylbewerber-Erstaufnahme in Dortmund auf einer größeren Karte anzeigen

Syrien, Serbien, Iran und Irak - das sind die Krisenherde, an denen die Flüchtlingsströme entstehen. Dortmund ist neben Bielefeld ein Standort für das bis zu fünf Tage dauernde Erstaufnahme-Verfahren, in dem die Flüchtlinge einen Asylantrag stellen.

Seit mehreren Tagen stößt die 2011 eröffnete Erstaufnahme an der Glückaufsegenstraße an ihre Grenzen. In Gesprächen mit dem Land NRW hatte die Stadt versucht, den Standort zu entlasten. Das Ergebnis: NRW verkürzt den Aufenthalt der Asylbewerber in den Unterkünften in Hemer und Schöppingen von 12 auf 2 Wochen.

Schnellere Überweisung möglich

Damit können Asylbewerber nach der Erstaufnahme in Dortmund schneller nach Hemer und Schöppingen überwiesen werden. Um den Flüchtlingsstrom zu bewältigen, richtet die Stadt Dortmund seit Donnerstagnachmittag (6.9.) das zurzeit leer stehende Hauptschulgebäude ein.
    
Stadrat Wilhelm Steitz: "Auslöser war, dass am Montag in Hacheney 220 Flüchtlinge angekommen sind. Wir stehen bei den Anwohnern im Wort, dass wir die Kapazität nicht auf mehr als 350 Personenen erhöhen, obwohl dort noch Platz wäre. Deshalb haben wir einen Notfallplan aufgestellt."

Entscheidung am Donnerstagmittag

Dabei seien mehrere Objekte überprüft worden. Die Entscheidung fiel am Donnerstagmittag. Die Hauptschule steht seit dem Sommer 2011 leer. Notwendig war dieser Schritt, weil die Zusagen des Landes, den Aufenthalt in Hemer und Schöppingen zu verkürzen, allein nicht ausreichte.

Die Schulräume an der Altenderner Straße 54 seien für 250 Flüchtlinge geeignet. Wie in Hacheney betreibt die Organisation "European Homecare" (EHC) den Betrieb. Die Immobilienwirtschaft setzt kurzfristig defekte Anlagen in stand.

"Atmosphäre der Akzeptanz schaffen"

Pfarrerin Dorothe Schöttling von der evangelischen Kirche mahnte die Beteiligten zur Offenheit: „Es kommt jetzt darauf an, dass die Bürger gut informiert werden. Ihnen muss vor Ort gesagt werden, was genau auf sie zukommt. Sorge bereitet mir die Tatsache, dass die NPD nach der letzten Kommunalwahl in unserem Stadtteil eine Rolle spielt. Wir müssen uns als Kirchengemeinde überlegen, wie wir eine Atmosphäre der Akzeptanz schaffen.“

Der Landesbeauftragte Rüdiger Schmidt sagte: „Wer in seiner Heimat politisch, rassistisch oder aus anderen Gründen verfolgt wird und wessen Leben bedroht ist, hat in Deutschland ein Recht auf Asyl. Das ist gut so und ich begrüße jede Maßnahme, die dazu beiträgt, dass diesen armen Menschen geholfen wird." Aus seiner Sicht verfüge die Hauptschule nicht über die notwendige Infrastruktur. Schmidt kritisierte Stadtrat Wilhelm Steitz: Er hätte vor einer Entscheidung die Derner Politik einbeziehen sollen. Die Stadt habe „einfach Fakten geschaffen“.

Informationsveranstaltung angesetzt

Am kommenden Mittwoch (12.9.) informiert die Stadt die Anwohner um 19 Uhr im Saal der Luthergemeinde an der Altendernerstraße 62. Neben Stadtrat Wilhelm Steitz werden Ordnungsamtsleiter Ingo Moldenhauer und der Landesbeauftragte Rüdiger Schmidt anwesend sein.

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