"Liebenswerte Menschen": Mario Adorf über seine Dreharbeiten in Dortmund

DORTMUND/BERLIN Mario Adorf (82) ist einer der gefragtesten deutschen Schauspieler. Im vergangenen Winter stand er 13 Tage lang in Dortmund vor der Kamera, für Lola Randls Spielfilm „Die Libelle und das Nashorn“, der jetzt ins Kino kommt.

  • Mario Adorf im Interview. Für seinen neuen Film "Die Libelle und das Nashorn" stand der Schauspieler in Dortmund vor der Kamera.

    Mario Adorf im Interview. Für seinen neuen Film "Die Libelle und das Nashorn" stand der Schauspieler in Dortmund vor der Kamera. Foto: Kai-Uwe Brinkmann

Im Interview mit uns spricht er über Dortmund, die Menschen der Stadt und sein inneres Gleichgewicht.

Herr Adorf, wie kam es zum Drehort Dortmund, konnten Sie etwas von der Stadt sehen?
 
Mario Adorf: Nun, Dortmund war eine Überraschung, weil Köln und andere Städte im Gespräch waren. Man hat dann das wunderbare, sehr passende Unique-Hotel gefunden, in dem wir drehen konnten. Ein Glücksfall, das gab den Ausschlag. Wir waren auch in der Stadt, etwa in dem Gebäude mit den Rolltreppen. Die ehemalige Brauerei, ja genau, das U. Wenn Zeit blieb, bin auch alleine los. Gegenüber vom Hotel in die Fußgängerzone, bis zur Kirche und zum Schauspielhaus. Dabei fand ich übrigens einen Weinladen, der gute Tropfen verkauft.
 
    
Ich nehme an, Sie wurden auf der Straße erkannt und angesprochen?
 
Adorf: Ja natürlich, das gehört dazu, das bringt der Beruf mit sich. Nach solchen Begegnungen kann ich mit gutem Gewissen sagen, was ich auch im Film über Dortmund sage: Schönes Theater und liebenswerte Menschen.
 
In Ihrer Rolle sind Sie alleine im Hotel, in einer fremden Stadt. Wie im echten Leben. Fühlen Sie sich einsam in Hotels?
 
Adorf: Ich verbringe tatsächlich viel Zeit in fremden Städten und Hotels, Einsamkeit empfinde ich nicht dabei. Ich weiß mich zu beschäftigen, ich habe immer Lesestoff dabei.
 
Adorf: Ich weiß, was Sie meinen. Eben noch wird man umjubelt, hat einen Erfolg am Theater und dann hockt man alleine im Hotelzimmer. Um diese Diskrepanz auszuhalten, muss man robust sein. Es gibt viele Beispiele, wo Schauspieler das nicht schaffen und zu Alkohol oder Drogen greifen. Ich zitiere meinen Schauspiellehrer aus München: Dieser Beruf ist nichts für Schwächlinge. Ruhm braucht auch ein inneres Gleichgewicht.
 
Woher kommt die Kraft?
 
Adorf: Meine italienischen Wurzeln von Vaterseite mache ich für Spielfreude und Fantasie verantwortlich. Meine Erdung, Ruhe und Gelassenheit stammen wohl aus meiner Heimat in der Eifel, wo ich groß geworden bin.
 
Das ist Mario Adorf: Mario Adorf wurde 1930 in Zürich geboren und wuchs bei seiner Mutter (sein Vater war ein Chirurg aus Italien) in Mayen in der Eifel auf. Heute ist er einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands und spielte u.a. in „Der große Bellheim“ oder „Die Blechtrommel“. Nebenbei findet Mario Adorf noch Zeit, amüsante Geschichten zu schreiben und zu veröffentlichen.
 
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Autor
Kai-Uwe Brinkmann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. Dezember 2012, 17:07 Uhr
    Aktualisiert:
    18. Dezember 2013, 11:32 Uhr