Hauptausschuss: Stadt muss acht hauptamtliche Feuerwehrleute einstellen

GREVEN Die Stadt muss in den nächsten Jahren massiv in den Brandschutz investieren. Um weiterhin eine Ausnahmegenehmigung für die Aufrechterhaltung einer Freiwilligen Feuerwehr zu bekommen, müssen möglichst rasch acht hauptamtliche Stellen geschaffen werden.

  • Das hauptamtliche Personal am Hansaring muss deutlich aufgestockt werden.

    Das hauptamtliche Personal am Hansaring muss deutlich aufgestockt werden. Foto: Karim Laouari

Man brauche heute noch nichts beschließen, sagte der städtische Rechtsdirektor Uwe Kunze am Mittwochabend im Hauptausschuss. Es handele sich zunächst um reine Informationen, beschlossen werde dann nach den politischen Beratungen im Dezember. Allerdings scheinen die Alternativen rar zu sein. Fest steht: Greven wird für den Brandschutz richtig viel Geld ausgeben müssen.

Eigentlich, so Kunze weiter, müssten Kommunen wie Greven hauptamtliche Feuerwehren bereit halten, die Stadt sei aber über viele Jahre mit einer Sondergenehmigung davon befreit worden. Diese Sondergenehmigung für eine Freiwillige Feuerwehr sei indes 2010 abgelaufen. Seitdem verhandelt man mit dem Kreis Steinfurt und mit der Bezirksregierung über eine Verlängerung.

Sieben Stellen auf dem Papier

Die allerdings gibt es nur, so die unmissverständlichen Aussagen der Aufsichtsbehörden, wenn auf der Grevener Wache rund um die Uhr ausreichend festangestelltes Personal vertreten ist. Stadtbrandmeister Matthias Wendker ging dann ins Detail. Zurzeit gebe es auf dem Papier sieben Stellen auf der Feuerwache, effektiv seien aber nur fünf Personen dort, und das auch nur im Tagesdienst. „Ansonsten wickeln wir alles zu hundert Prozent ehrenamtlich ab.“ Um eine Mindeststärke an Hauptamtlichen rund um die Uhr zu erreichen, müssten deshalb acht neue Stellen geschaffen werden. „Und dann haben wir noch immer keine Berufswehr“, sagte Wendker.

Es geht auch darum, in ausreichend kurzen Fristen mit genügend Personal am Brandort zu sein. „Zurzeit haben wir insgesamt nur einen Erreichungsgrad von 27 Prozent“, so Wendker weiter. Vor allem im Westen Grevens sei es schwierig, dort fehle eine zentrale Wache. Das heiße im Umkehrschluss aber nicht, dass man bei Bränden nicht oder viel zu spät ausrücke. „Nur: Manchmal gelingt es uns nicht schnell genug.“

Freiwillige Feuerwehr muss schlagkräftig bleiben

Nun sind acht Berufsfeuerwehrleute nicht mal eben auf die Schnelle zu bekommen, deshalb soll möglichst jedes halbe Jahr eine neue Kraft eingestellt werden. „Bis 2016 sollten wir dann alle acht Stellen besetzt bekommen“, sagte der Feuerwehr-Chef. Gleichzeitig müsse die Jugendarbeit verstärkt werden, damit auch die Freiwillige Feuerwehr eine schlagkräftige Einheit bleibe.

Angemessene Technik, der mit 350 000 Euro veranschlagte Neubau eines Gerätehauses in Schmedehausen und mittelfristig auch der Neubau eines Gerätehauses im Westen kosten die Stadt künftig viel Geld. Dieses Geld aber, so die einhellige Meinung im Ausschuss, sei gut angelegt. Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) war sogar „froh, dass die Bezirksregierung die Ausnahmegenehmigung so wie bisher nicht mehr erteilt.“ Das sei beinahe schon fahrlässig gewesen. Brand- und Katastrophenschutz müsse an erster Stelle stehen.

"Großer Schluck aus der Pulle"

FDPler Jürgen Mußmann stimmte zu, betonte aber auch die schwierige Finanzierung. Bürgermeister Peter Vennemeyer (SPD) sagte, dass diese Maßnahmen „nur dem Mindeststandard entsprechen, um eine weitere Ausnahmegenehmigung zu erhalten.“ CDU-Fraktionschef Jürgen Diesfeld sagte, ihm sei als Bewohner des Grevener Westens bei Wendkers Vortrag regelrecht mulmig geworden.

Auch er befürwortete wie sein SPD-Kollege Dr. Christian Kriegeskotte die Aufstockung des Personals uneingeschränkt. Für die Stadt bedeutet das künftig einen „großen Schluck aus der Pulle“, wie Mußmann salopp formulierte. Ein hauptamtlicher – und damit verbeamteter – Feuerwehrmann kostet jährlich insgesamt 57 900 Euro.
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