Einweihung der Südumgehung: Aktionsbündnis zeigt stillen Protest

ALTENBERGE Planmäßig, nämlich genau um 12.15 Uhr, traten Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke, Landrat Thomas Kubendorff und Bürgermeister Jochen Paus vor das gelb-rote Flatterband, um die Südumgehung Altenberge (K 50n) für den Verkehr freizugeben. Mit ihr soll sich der Kraftfahrverkehr im Ortskern von gezählten 10 500 Fahrzeugen pro Tag auf etwa die Hälfte reduzieren.

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  • Die Kehrseite der Medaille: Die Gegner der Südumgehung protestierten sichtbar auf einer Brücke mit Transparenten.

    Die Kehrseite der Medaille: Die Gegner der Südumgehung protestierten sichtbar auf einer Brücke mit Transparenten. Foto: Sundermeier

  • Das Band für die Freigabe der Südumgehung durchschnitten (v.l) Regierungspräsident Reinhard Klenke, Landrat Thomas Kubendorff und Bürgermeister Jochen Paus.

    Das Band für die Freigabe der Südumgehung durchschnitten (v.l) Regierungspräsident Reinhard Klenke, Landrat Thomas Kubendorff und Bürgermeister Jochen Paus. Foto: Sundermeier

Renate Dütsch und ihr Mann Josef, Mitbegründer der 1990 gegründeten Bürgerinitiative "Boakenstiege/Bahnhofstraße", genossen diesen Augenblick sichtlich. "Nach 22 Jahren ist dieses ein freudenvoller Tag. Schade, dass einige der ersten Stunde dieses nicht mehr erleben", zeigt sich die 72-jährige merklich berührt.

Denkwürdiger Tag

Doppelverglasung, das Verlegen des Schlafzimmers in den hinteren Bereich, seien in der Zwischenzeit Notlösungen gewesen. "Wenn ich in der Küche stand, haben mir die LKW-Fahrer zugewinkt", erzählt Dütsch, zwischen ihrem Haus und der Fahrbahn liegt nur ein sehr schmaler Bürgersteig. Doch das ändert sich nun.

Die Bahnhofstraße ist seit Samstag für den Durchgangsverkehr gesperrt. Landrat Thomas Kubendorff bezeichnete die Eröffnung als einen denkwürdigen Tag, den zahlreiche Bürger herbeisehnten.

Mit absoluter Mehrheit

"Um das bisher größte Straßenbauprojekt des Kreises Steinfurt erfolgreich abzuschließen, bedurfte es allerdings eines starken Rückgrats", meinte Kubendorff und verdeutlichte an einem kurzen Rückblick, dass der Bau der Südumgehung viele Hindernisse nehmen musste - darunter auch drei Kommunalwahlen, bei denen die Straße stets eines der beherrschenden Themen darstellte.

Deutlicher Befürworter im Rat war und ist die CDU, die sich mit absoluter Mehrheit durchsetzte. So zeigte sich Bürgermeister Jochen Paus nicht verwundert, dass das 1999 gegründete Aktionsbündnis gegen die Umgehungsstraße (SPD, Grüne, UWG, BUND), nicht an der offiziellen Freigabe der Umgehungsstraße teilnahm. Stattdessen zog es das Bündnis vor, mit einem Plakat "Südumgehung - nur 50 Prozent der Bürger freuen sich", die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Weichen gestellt

"Nicht verkennen darf man, dass dieses bisher größte Straßenbauprojekt des Kreises Steinfurt nicht unerheblich in die Landschaft und Ökologie eingreift. Deshalb habe ich für die Bürger die den Bau ablehnten durchaus Verständnis", so Paus.

Jedoch sei die Straße notwendig. Die Wohnqualität werde sich verbessern. Auch sei der Bau der 3,7 Kilometer langen Südumgehung ein Meilenstein in der Entwicklung der Gemeinde Altenberge, mit deren Eröffnung nun die Weichen für die Zukunft gestellt seien. In diesem Sinne wünschte Paus "allzeit gute Fahrt". Zu einer ersten Fahrt auf der neuen Straße brach ein von der Werbegemeinschaft organisierter Umzug zeitgleich auf.

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Autor
Anke Sundermeier
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    11. Dezember 2012, 16:45 Uhr
    Aktualisiert:
    11. Dezember 2012, 17:09 Uhr