Serie: Schön hier!: Die Leerbachquelle: Kleinod am Schöppinger Berg

KREIS STEINFURT/LEER. Überraschend - richtig bergig hier. Als Zugezogener erwarte ich im Münsterland zwei Dinge eher weniger: Berge, dichte Wälder oder gurgelnde Quellen. Doch man lernt nie aus: Alles vereint findet sich an der Leerbachquelle in Horstmar-Leer.

  • Aus der Leerbachquelle kommt glasklares Wasser in Trinkwasserqualität.

    Aus der Leerbachquelle kommt glasklares Wasser in Trinkwasserqualität. Foto: Konietzny

Verknotete Wurzelstränge wuchern über den kleinen Abhang. Spätsommerliches Laub bedeckt den Waldboden. Einer, der sich hier gut auskennt und beim Ankommen erst einmal tief durchatmet, ist Anton Janßen - seit 1972 in die Quelle verliebt und seit 30 Jahren bemüht, sie zu pflegen.

100 Liter pro Sekunde

"Das Besondere", sagt er, "ist, dass es eine sogenannte Überlaufquelle ist." Der Schöppinger Berg bestehe aus zwei Schichten, erklärt Janßen. Die obere sei zerklüfteter Kalkstein und wasserdurchlässig, die untere Schicht wasserundurchlässig.



View Hier ist die Leerbachquelle in a larger map

    


"Das Wasser sammelt sich in dem Berg und läuft dann an mehreren Stellen heraus", sagt Janßen. Die Leerbachquelle sei dabei eine der stärkeren Quellen. Bis zu 100 Liter Wasser kommen hier in der Sekunde aus dem Berg. "An", Janßen überlegt, "etwa 12 bis 14 Stellen." An mehreren Stellen quellt das glasklare Wasser aus dem grauen weichen Kalkstein.

Trinkwasser

Das Wasser sieht nicht nur sauber aus, es hat auch Trinkwasserqualität. Janßen, der als Chemiker an der Fachhochschule in Steinfurt gelehrt hat, habe früher öfter Studenten mit genommen, um chemische Analysen zu durchzuführen. "Das war immer über den Anforderungen für Trinkwasser", resümiert er. "Aber das Wasser hat noch eine andere hervorragende Eigenschaft", fügt er hinzu. "Acht Grad - perfekt, um Bier zu kühlen."

Auch das sicherlich einer der Gründe für die zahlreichen Ausflügler, die hier am Wochenende mit Fahrrädern und Bollerwagen hinkommen.



Ich bin an der Ruhr aufgewachsen und kann mich erinnern, wie oft ich mich gefragt habe, woher dieser erhabene Fluss wohl kommt. Als ich die Ruhrquelle dann das erste Mal gesehen habe, dieses feuchte Mäuerchen, war die Magie dahin.

Die Auffassung teilen Janßen und ich: Den Leerbach kennt zwar kaum ein Mensch, aber die Quelle ist ein echter Hingucker, nein ein Kleinod. Das übrigens nicht an dem schönen Quelltopf endet. Einige hundert Meter weiter bachabwärts steht eine völlig restaurierte, oberschlächtige Wassermühle mitten im Grünen. Schön hier!

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 

Autor
Benjamin Konietzny
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    18. September 2012, 19:50 Uhr
    Aktualisiert:
    21. September 2012, 10:50 Uhr
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Abonummer

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 13 + 3?