Serie Schön hier!: Spaziergang an der Ems

KREIS STEINFURT. Auf über 50 Kilometern schlängelt sich die Ems durch den Kreis Steinfurt - ein riesiger Naturraum mit tausenden Möglichkeiten, sich an einen schönen Ort zurückzuziehen.

  • Die Ems von oben: Ein riesiges grünes Band, das sich durch den kreis Steinfurt zieht.

    Die Ems von oben: Ein riesiges grünes Band, das sich durch den kreis Steinfurt zieht. Foto: Spellmeyer

Einen davon kennt Petra Dettmann aus Mesum. Sie führt mich zu einem Ort, von dem sie selbst sagt, dass er "einzigartig" sei, ihr Kraft gebe und sie "versucht, wann immer es geht, herzukommen". Zwischen Mesum und Elte geht es über einen Waldweg. Der Wald ist still, dunkel und wild. Dettmann sagt, dass hier die Natur noch ihren Platz hat. Nach einem kurzen Gang über weichen Boden, der verdächtig nach Pilzen aussieht, lichtet sich der Wald, und man erkennt schon den Ort, den Petra Dettmann so mag. "400 Jahre alt", sagt sie, "ein Naturdenkmal".

    

Ganz allein auf einer der weitläufigen Emsauen steht dort eine mächtige Eiche. Ein Bild von einem Baum. Gleichmäßig gewachsen, mit einer gewaltigen Krone. Ein Einzelkämpfer fernab von dem dichten Wald.

Hier am Fuß dieser riesigen Eiche ist ihr Lieblingsplatz. Es ist ruhig - bis auf die Maisernte, die ein wenig in der Ferne dröhnt -, es ist ungeheuer grün, und es ist geschützt. Der riesige Baum ist wie ein Dach. Sein Schatten ist so satt, dass selbst das Gras unter der Krone Probleme hat, zu gedeihen.



Ein paar Schritte weit von hier zieht sich die Ems durch das spätsommerliche Grün. "Als ich einmal nachts hier war, habe ich sogar eine Eule oben im Baum gesehen", erzählt Dettmann. Nachts? Wie gesagt, sie kommt her, wann immer es geht.

Der Herbst kommt

Von diesem außergewöhnlichen Baum aus, führt ein kleiner Trampelpfad am Ufer der Ems entlang. Das Wasser scheint fast zu stehen, die ersten Blätter fallen von den Bäumen in den Fluss. Der Weg führt zurück in den dichten Wald, in dem sich Laub- und Nadelbäume abwechseln und dessen Boden von saftigem Moos bedeckt ist.

Plötzlich steht jemand auf dem Weg. Vier Beine, schlank, sportlich: Ein Reh kaut dort in aller Ruhe und springt erst fort, als wir schon ganz in seiner Nähe sind. Die Auszeichnung Naturschutzgebiet scheint hier ihrem Namen alle Ehre zu machen.

Ein Fluss wie ein Lebensweg

Am Ende des Rundgangs an einem der schönsten Flecken an der Ems zwischen Greven und Rheine besuchen wir noch einen der Altarme. Über das stille Wasser hinweg, sieht man die Ems fließen.

Schaut man lange auf so einen Fluss, ist es wie mit dem Blick ins Feuer: Man schweift ab, kommt ins Träumen. Dettmann sagt, "so ein Fluss ist wie ein Lebensweg" - eine schöne Parabel. Auch mit Umwegen und Schleifen, erreicht man irgendwann das große Ganze. Dann ist die Ems mit ihren zahllosen Kurven ein Fluss, der einen sehr bewegten Lebenslauf darstellt.

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Autor
Benjamin Konietzny
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    21. September 2012, 10:45 Uhr
    Aktualisiert:
    26. September 2012, 18:48 Uhr