Selbstständig in 2013: Neues Jahr, neues Glück als freier Schornsteinfeger

METELEN Stefan Schlüter (41) wagt 2013 den Neuanfang: Er macht sich im Januar als freier Schornsteinfeger selbstständig. Damit ist der Metelener nach Wegfall des Kehrmonopols einer der Ersten im Regierungsbezirk Münster, der diesen Schritt geht.

  • In klassischer Schornsteinfeger-Kluft: Mit diesem Bild wirbt Stefan Schlüter für sich. Bevor es im Januar als freier Schornsteinfeger losgeht, will Schlüter noch ein ruhiges Silvester zu Hause verbringen.

    In klassischer Schornsteinfeger-Kluft: Mit diesem Bild wirbt Stefan Schlüter für sich. Bevor es im Januar als freier Schornsteinfeger losgeht, will Schlüter noch ein ruhiges Silvester zu Hause verbringen. Foto: privat/Graelken & Voss GbR

Als wir ihn per Handy für ein Gespräch erwischen, hat er gerade seinen Firmenwagen abgeholt. Aus Hamburg. "In den letzten Wochen habe ich viel Stress gehabt", berichtet er. "Organisatorischer Art."

Das ist der Unterschied zu seiner bisherigen Arbeit als angestellter Schornsteinfeger: Jetzt muss er selbst für Kundschaft sorgen und auch für sich werben. So hat er sich zum Beispiel einen eigenen Firmen-Overall anfertigen lassen, mit aufgedrucktem Logo und Werbetext.

Warteliste

Seit 1998 ist Schlüter, der bei seinem Vater Willi Schlüter den Beruf erlernte, Meister. Seitdem habe er auch auf der Warteliste für einen eigenen Bezirk gestanden. 2010 sei er der Erste in dieser Bewerberliste für den nächsten freiwerdenden Kehrbezirk gewesen. Genau in diesem Jahr wurde die Liste aber abgeschafft und durch ein Punktesystem ersetzt. "Ich hatte Pech", meint Schlüter. "Es war frustrierend zu sehen, dass andere den Vorzug erhielten. Ich bin ja auch nicht mehr so jung."

    
"Das Ziel, mich bis 2013 selbstständig zu machen, habe ich seit vielen Jahren", sagt Schlüter. Als sein jetziger Chef ankündigte, aus Altersgründen etwas kürzer treten zu wollen, ergriff er die Gelegenheit beim Schopfe: Er meldete ein Gewerbe an und übernahm einen Teil des Kundenstamms, die meisten in Gronau ansässig, seines bisherigen Chefs.

Entscheidung

"Einige meiner Kollegen waren nicht so begeistert über meine Entscheidung", meint Schlüter. Für manche sei er "ein rotes Tuch". Schlüter: "Sie haben eben die Übergangsphase nicht genutzt, um sich selbstständig zu machen." Viele Bezirksbevollmächtigte äußerten sich bisher wenig beeindruckt über den Wegfall des Kehrmonopols.

"Ich glaube nicht, dass sich etwas ändern wird", meinte zum Beispiel Bezirksschornsteinfeger Martin Brand aus Metelen.

Wird die Konkurrenz der etablierten Bezirksschornsteinfeger, im nächsten Jahr Bezirksbevollmächtigte, nicht zu groß sein? "Ich persönlich habe keine Angst", sagt Schlüter. "Ich habe ja den Vorteil, Kunden von meinem Chef zu übernehmen. Außerdem kann ich den Überraschungseffekt ausnutzen." Es habe ja keiner damit gerechnet, dass sich wirklich jemand selbstständig macht - bis jetzt.

Autor
Inga Wolter
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    30. Dezember 2012, 14:35 Uhr
    Aktualisiert:
    31. Januar 2013, 15:05 Uhr
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