Staatsanwaltschaft: Angriff auf Provinzial-Chef war erfunden - Ermittlungen

MÜNSTER Den angeblichen Angriff auf den Vorstandsvorsitzenden der Provinzial, Ulrich Rüther, hat es nicht gegeben. Das hat Rüther am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft gestanden. Jetzt wird gegen ihn ermittelt. Die Provinzial-Mitarbeiter sind geschockt.

  • In dieser Tiefgarage hat Provinzial-Chef Rüther sich die Verletzungen laut Staatsanwaltschaft selbst zugefügt.

    In dieser Tiefgarage hat Provinzial-Chef Rüther sich die Verletzungen laut Staatsanwaltschaft selbst zugefügt. Foto: dpa

Die wichtigsten Fakten

  • Der angebliche Angriff mit einem Schraubenzieher auf Provinzial-Chef Ulrich Rüther hat nie stattgefunden
  • Laut Staatsanwaltschaft hat Rüther zugegeben, sich die Stichverletzungen selbst zugefügt zu haben
  • Gegen Rüther wird wegen des Vortäuschens einer Straftat ermittelt
  • Aufsichtsratsmitglieder haben bisher keine Stellungnahme abgegeben
  • Betriebsrat: Belegschaft steht voll und ganz hinter Rüther

Aktualisierung 18.20 Uhr:

Experten weisen seit Längerem darauf hin, dass Manager unter extremem Druck stehen. Eine Untersuchung der Uni Bochum zeigte jetzt, dass viele Manager unter dem Druck leiden

Noch am Dienstag war ein  Interview mit Ulrich Rüther erschienen, in dem sich dieser zu der angeblichen Attacke äußerte. Darin sagte Rüther über den vorgeblichen Angriff: „Die Schlagzeilen in den Medien hörten sich bedrohlicher an, als ich es selbst empfunden habe. Ein bisschen unterschätzt habe ich jedoch die Momente, in denen man ins Grübeln kommt und sich vorstellt, was wäre wenn. Doch Gott sei Dank ist ja alles relativ glimpflich verlaufen.“ 

Die Eigentümerverhältnisse an der Provinzial Nord-West:


Aktualisierung 16.39 Uhr:

Provinzial-Betriebsratschef Albert Roer hat sich gerade zum Thema Rüther geäußert. "Es muss eine Kurzschlussreaktion gewesen sein, das ist die einzige Erklärung. Man muss sich fragen: Welches System treibt Menschen in diese Situationen?"
    

"Die Belegschaft steht voll und ganz hinter Rüther", so Roer. Er habe nach der Nachricht Kollegen weinen gesehen. "Ich habe Rüther als offenen und ehrlichen Typen erlebt. Wir brauchen ihn mehr denn je."

Aktualisierung 16.22 Uhr:

Einige Reaktionen aus der Facebook-Gruppe "Gegen Provinzial-Verkauf":

  • Mir fehlen zum ersten Mal hier die Worte...
  • Wenn das stimmt, dann wünschen wir uns alle viel Glück für die Zukunft der Provinzial.
  • Clever war's nicht! Die Frage ist doch, was für ein Ziel unser "Chef" damit verfolgte? 
  • Unfassbar und extrem destruktiv! 
  • Wir kämpfen weiter für die PROVINZIAL! Es ist aber ein "Schlag ins Kontor" und es wird schwierig, unserern Kunden bei Unterschriftenaktionen DAS zu erklären. 
Aktualisierung 15.44 Uhr:

Wir haben LWL-Chef und Provinzial-Aufsichtsrat Dr. Wolfgang Kirsch um eine Stellungnahme gebeten: "Ich werde zunächst das persönliche Gespräch mit Herrn Rüther suchen, bevor ich mich zum weiteren Vorgehen äußere. Schließlich geht es auch um Rüthers Privatsphäre."  

Beim Sparkassenverband Westfalen-Lippe wollte man sich am Dienstagnachmittag noch nicht äußern. Mitglieder des Aufsichtsrats erfuhren von unserer Redaktion von der Entwicklung. Sie wollten den Fall spontan nicht kommentieren.

Aktualisierung 15.07 Uhr:

In der Facebook-Gruppe "Gegen Provinzial-Verkauf" sind Provinzial-Mitarbeiter und -Unterstützer völlig überrascht von der sensationellen Wende. Viele fragen nach weiteren Informationen. 

Aktualisierung 14.37 Uhr:

Unglaubliche Wende im Fall des angeblichen Angriffs auf den Provinzial-Chef Ulrich Rüther. Oberstaatsanwalt Heribert Beck erklärte auf Anfrage unserer Redaktion: 

  • Rüther hat zugegeben, dass er sich die Verletzungen selbst zugefügt hat
  • Das Geständnis soll die Ermittlungen beenden, die ihn und seine Familie stark belastet hätten
  • Rechtsmedizinische Untersuchungen deuteten von Beginn auf keinen fremden Täter hin
  • Auf Videoaufnahmen war kein Täter zu sehen
  • Gegen Rüther wird ein Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat eingeleitet - voraussichtlich wird es aber zügig gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt

Aktualisierung 14.26 Uhr:

In einer Pressemitteilung der Provinzial erklärte die Versicherung: Ulrich Rüther hat vor der Staatsanwaltschaft Münster und der Polizei heute erklärt, dass der Angriff in der vergangenen Woche in der dargestellten Form nicht stattgefunden hat. 

Erste Meldung 14.03 Uhr:

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Rüther den Angriff nur erfunden habe. Daraufhin seien die Ermittlungen wegen des angezeigten Angriffes beendet worden.

Gegenüber der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Münster hat Rüther nach Anagben der Provinzial sein Verhalten mit den enormen Auswirkungen der Turbulenzen bei der Provinzial auf seine Familie begründet.

Weitere Informationen folgen.
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