Nach Pleistermühlen-Unfall: DLRG hat jetzt fünf Strömungsretter

MÜNSTER Der Tauchunfall eines Kollegen Ende März im Wehr der Werse an der Pleistermühle hat bei der DLRG Münster Spuren hinterlassen: Fünf Aktive sind inzwischen ausgebildete Strömungsretter. Sie können unter Extrembedingungen Menschen aus reißenden Flüssen holen.

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  • Die DLRG-Taucher aus Münster haben das Strömungsschwimmen und -tauchen hart trainiert. Der Unfall am Werse-Wehr hat sie sensibilisiert.

    Die DLRG-Taucher aus Münster haben das Strömungsschwimmen und -tauchen hart trainiert. Der Unfall am Werse-Wehr hat sie sensibilisiert. Foto: Helmut-P. Etzkorn

  • So sieht das aus, wenn DLRG-Taucher die Bergung aus der Strömung auf einer Brücke üben - ganz schön athletisch.

    So sieht das aus, wenn DLRG-Taucher die Bergung aus der Strömung auf einer Brücke üben - ganz schön athletisch. Foto: Helmut-P. Etzkorn

Der 30-jährige DLRG-Taucher war damals bei einem Materialtest für einen speziell gepolsterten Anzug in der Werse unter das Wehr gespült worden. In einem Hohlraum harrte er aus, bis ihn die Feuerwehr mit Leinen unverletzt befreien konnte.

Heute wäre die DLRG Münster in der Lage, ihren Kollegen selbst sehr rasch aus solch einer Notlage zu befreien. Gemeinsam mit DLRG-Ausbilderin Christina Maßmann von der befreundeten Gruppe in Marl wird regelmäßig das Retten aus schnell fließenden Gewässern geübt. Am Mittwoch trainierten die Aktiven das Abseilen von der Emsbrücke in Lauheide. „Wenn Boote beispielsweise wegen starker Strömung nicht eingesetzt werden können, sind unsere Leute oft die letzte Hoffnung“, meint DLRG-Sprecher Wilfried Sandbaumhüter.

Lernen im Wildwasser

Auf Wildwasserbahnen, auf Mosel und Rhein haben die Strömungsretter in den vergangenen drei Monaten trainiert und dann mit Erfolg ihren Lehrgang abgeschlossen. Ausgerüstet mit einer auftriebsstarken Weste, einem Neoprenanzug, diversem Gurtmaterial und einem Helm sind die Männer in der Lage, beispielsweise Kanufahrer aus Hochwasser führenden Flüssen zu retten.

    
Wie schnell auch eigentlich harmlose Flüsschen wie Werse, Angel oder Ems zu tödlich schnellen Gewässern werden können, ist nach Starkregenfällen und Hochwassertagen im Südosten der Stadt leicht zu beobachten. Sandbaumhüter: „Die Wetterlagen werden extremer und darauf müssen wir uns einstellen. Auch darum werden wir in Münster die Zahl der ausgebildeten Strömungsretter weiter erhöhen.“ Wer Rettungsschwimmer, Sanitäter und mindestens 18 Jahre alt ist, kann sich bei der DLRG entsprechend qualifizieren.

"Wir brauchen diese Spezialisten in Münster"

2002 war die DLRG Münster beim Elbe-Hochwasser im Einsatz, damals ging es vorrangig um die Deichsicherung. Mit ihren neuen Strömungsrettern will sie nun auch bei überörtlichen Hilfeleistungen noch kompetenter einsatzbereit sein. Sandbaumhüter: „Wir brauchen diese Spezialisten aber auch in Münster, weil die Feuerwehr nicht über ausgebildete Strömungsretter verfügt.“

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