Das Interview: Kabarettist Markus Krebs kommt ins Bürgerhaus

KINDERHAUS Der Kabarettist und Gewinner des RTL-Comedy-Grand-Prix Markus Krebs kommt mit seinem Programm „Literatur unter Betäubung“ am 12. Januar (Samstag) um 20 Uhr ins Bürgerhaus Kinderhaus. Wir sprachen mit dem 42-jährigen „Hocker Rocker“ aus Duisburg über Stadionverbote, Lieblingswitze und den Neidfaktor in Deutschlands Comedy-Branche.

  • Markus Krebs nennt sich den »Hocker Rocker«, weil er nicht mehr als das Sitzmöbel auf der Bühne braucht.  Foto

    Markus Krebs nennt sich den »Hocker Rocker«, weil er nicht mehr als das Sitzmöbel auf der Bühne braucht. Foto Foto: Agentur

Wie kam es dazu, dass Sie beim Comedy-Grand-Prix landeten?
Zufällig. Ich hab mich da nicht beworben. Die suchten noch jemanden mit Geschichte. Da bin ich dann wohl vorgeschlagen worden.
 
Welche Geschichte brachten Sie denn mit?
Es war eine lange. Früher war ich so ein Rabauke beim Fußball. Aber richtig mit Stadionverbot beim MSV Duisburg.
 
Was haben sie bisher beruflich gemacht?
Oh, viel. Ich war Hartz IV, bin Pizza-Taxi gefahren, habe einen Baumarkt geleitet – der ist dann aber leider Pleite gegangen. Ich hab behinderte Kinder zur Schule gefahren und war auch ’ne Zeit lang auf Ibiza. Gelernt hab‘ ich mal Groß-und Einzelhandelskaufmann.
 
Kamen Sie selbst auf die Idee, die Gelegenheitsjobs gegen die Bühne zu tauschen?
Nee. Ich war mal Kartenabreißer beim Niederrheinischen Comedy-Preis. Mein Bruder hatte das organisiert. Und da war auf der Bühne jemand ausgefallen und mein Bruder meinte: Komm, Markus, das kannst du auch. Und dann bin ich da rauf.
 
Woher weiß man, ob das Witzigsein für die Bühne reicht?
Ich hab ja immer schon Witze erzählt – früher an der Theke. Das kriegt man dann schon mit, wie die Leute das finden. Aber Theke ist natürlich nicht Bühne, ist ja klar.
 
Die Gagdichte in Ihrem Programm ist unheimlich hoch. Wie kommen Sie auf so viele Witze?
Ich denke total „panne“. Ich erzähl‘ ja nichts von Klein Fritzchen, sondern von Dingen, die wirklich passieren. Man muss nur immer gut zuhören und die Augen offen halten. Manchmal muss ich nur Kleinigkeiten verdrehen. Wie letztens zum Beispiel, da hat einer ’ne Reise gewonnen, zwei Tage für 14 Personen … (lacht). Die Geschichten aus der Wohngemeinschaft sind ja auch echt. Die Gammel-WG, wo man sich die Schuhe abputzen muss, wenn man nach Hause geht, die hat’s ja wirklich gegeben.
 
Können Sie sich selbst noch amüsieren, wenn sie einen Witz zum hundertsten Mal auf der Bühne erzählen?
Auf jeden Fall. Ich verändere jeden Auftritt ja auch immer. Manchmal gehe ich mehr ins Publikum, oder wenn ich meine Top five der Lieblingswitze erzähle, denke ich mir immer was Neues aus.
 
Gibt es einen aktuellen Lieblingswitz?
Oh, das ist wirklich schwer. Gibt ja viele. Aber den find‘ ich grad besonders gut: Kommt einer mit zwei linken Füßen ins Schuhgeschäft und sagt: Ich hätte gern zwei Flip Flips.
 
Haben Sie Angst davor, dass Ihnen nichts mehr einfällt?
Nee, ich mach mich nicht bekloppt. Ich kenne ja auch beide Seiten. Außerdem habe ich außer Bühne auch noch andere Pläne. Vielleicht eine Sitcom im Fernsehen oder ein Buch schreiben.
 
Wie haben Sie Weihnachten verbracht?
Mit meinen drei Geschwistern und Anhang, schön bei Mama und Papa in Duisburg. Mama macht Pute, und wir singen tatsächlich Weihnachtslieder.
 
Manche Kabarettisten sagen, das kleine Publikum sei dankbarer. Ist es Ihnen egal wie viele Leute im Saal sitzen?
Klar, mit 500 Leuten ist es persönlicher, aber letztens waren in der Mercator-Halle (in Duisburg, die Red.) 1200. Das ist auch verrückt.
 
Wie sehen das eigentlich die alten Hasen der Comedy-Szene, wenn so ein erfolgreicher Newcomer die Lacher auf seiner Seite hat?
Das ist wirklich ganz entspannt. So Konkurrenz hab‘ ich da jetzt noch nicht so wahrgenommen. Eckhard von Hirschhausen, Olaf Schubert oder auch Kaya Yanar – alles ganz prima Kerle.
 
Kann man eigentlich in ganz Deutschland über Ihre Witze lachen, oder gibt es Regionen, wo es schwieriger ist?
Eigentlich nicht. Wenn ich im Norden bin, kann ich schön trocken auf meinem Hocker sitzen bleiben. Im Osten muss man etwas mehr auf das Publikum eingehen. Aber ich sag immer: Ich kann Deutschland.

Dürfen Sie mittlerweile eigentlich wieder ins Duisburger Stadion?
Ja klar.
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