15 Meter groß: Riesiges Pottwal-Skelett kommt im Naturkundemuseum an

MÜNSTER Der Star der Wal-Ausstellung im LWL-Naturkundemuseum ist endlich da: Die riesigen Knochen eines vor einem Jahr vor der Nordsee-Insel Pellworm gestrandeten Pottwals sind in Münster angekommen. Von diesem Dienstag an ist das Skelett Teil der Ausstellung - mit zweimonatiger Verspätung.

  • Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde transportieren den Schädel ins Museum.

    Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde transportieren den Schädel ins Museum. Foto: LWL-Naturkundemuseum

Mitarbeiter schleppten den 650 Kilogramm schweren Schädel, Wirbel und Kiefer des 15 Meter langen Tiers am Montag aus einem Lastwagen in das Museum.

Die einzelnen Knochen werden aber nicht zu einem aufgestellten Skelett zusammengesetzt, sondern in einer Inszenierung im "Einstimmungssaal" zur Ausstellung zu sehen sein. „Wir legen ihn jetzt hin, als wäre er am Meeresboden zerfallen“, sagte der zoologische LWL-Chefpräparator Werner Beckmann - quasi als Futter für die Tiere.

Eigentlich sollte das Skelett bereits zur Ausstellungspremiere aufgebaut sein. Doch die Präparation des riesigen Skeletts dauerten länger als erwartet.

450 Arbeitsstunden

Der Pottwal war 2011 vor der Küste Schleswig-Holsteins gestrandet. Experten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund hatten das Wal-Skelett zuletzt ein Jahr lang entfleischt, abgespült und von Fettresten befreit.

Die Knochen des Pottwalbullen wurden dazu in einen speziellen Großraumcontainer (vergleichbar mit denen auf Transportschiffen) gelegt, der für die Entfleischung und Entfettung von großen Tieren gedacht ist.

Anschließend mussten die Knochen des vermutlich 20 Jahre alten und 15 Meter langen Tieres zum Teil repariert werden und trocknen. "Wir haben insgesamt ein Jahr gebraucht, vom Fund im November 2011 bis zum Einbau in die Ausstellung im November 2012. In dieses Projekt haben wir insgesamt über 450 Arbeitsstunden hineingesteckt", sagt der Chefpräparator aus Münster.

Wag wog zu Lebzeiten 30 Tonnen

Beckmann hat die Knochen inzwischen gezählt: "Das Pottwalskelett besteht aus etwa 140 Knochen mit Kopfknochen sowie Oberkiefer und Unterkiefer." Auch konnten 51 Zähne im Unterkiefer und 12 Zähne im Oberkiefer geborgen werden. Diese Elfenbeinzähne wurden zwischenzeitlich im LWL-Museum abgeformt und Nachbildungen hergestellt, die dann dem Pottwal eingesetzt werden.
    
Der Wal wog zu Lebzeiten zirka 30 Tonnen. Jetzt bringen seine Knochen immerhin noch eine Tonne auf die Waage. Allein der Kopf wiegt zwischen 600 und 700 Kilo, er ist 4,5 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,56 Meter hoch.

Kopf ist noch feucht

Beckmann: "Der Kopf ist jetzt noch feucht, daher wiegt er eher 700 Kilo. Wenn er im nächsten Jahr getrocknet ist, wird er hoffentlich nur noch zirka 600 Kilogramm wiegen."

Das hohe Gewicht des Tieres hatte zur Folge, dass der Präparator mit seinem Wal-Team die Knochen einzeln vom LKW in Transportwannen zum Ausstellungssaal transportieren musste.

Mit Material von dpa

900 Exponate:
In der Schau sind seit September und noch bis November 2013 unter anderem echte Skelette eines Buckelwals und eines Ur-Wals und die Nachbildung eines Blauwalherzens zu sehen. 900 Exponate haben die Kuratoren des LWL für die Sonderausstellung auf 1700 Quadratmetern zusammengetragen.
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