Übernahme durch Wöhrl: Sinn-Leffers Münster ist erleichtert über Verkauf

MÜNSTER Der Schrecksekunde folgte die Erleichterung: Die Filiale des Modehauses Sinn-Leffers an der Salzstraße ist durch den am Freitag bestätigten Verkauf des Unternehmens nicht gefährdet. Im Gegenteil.

  • Anders als nach der Insolvenz 2008 muss bei Sinn-Leffers in Münster wohl niemand um seinen Job bangen.

    Anders als nach der Insolvenz 2008 muss bei Sinn-Leffers in Münster wohl niemand um seinen Job bangen. Foto: Helmut Etzkorn

„Für uns in Münster ist das eine Win-Win-Situation“, kommentierte Geschäftsführer Lutz Hockemeyer die Übernahme durch die Nürnberger Bekleidungskette Wöhrl.

„Wir sind in sehr gute Hände gefallen“, so Hockemeyers erste Einschätzung. Beide Unternehmen glichen sich in ihrer Ausrichtung auf die gehobene Mittelklasse, beide legten Wert auf renommierte Marken und auf die Beratung ihrer Kunden. Zugleich überschneidet sich das Filialnetz von Wöhrl und Sinn-Leffers aber nur an drei von insgesamt 60 Standorten.

Name bleibt erhalten

Alle Niederlassungen sollen darum bestehen bleiben, wenn das Familienunternehmen Wöhrl die Sinn-Leffers-Kette von der Deutschen Industrie-Holding (DIH) kauft. Umfirmieren wird das Modehaus nicht, der Traditionsname bleibt erhalten.
    
Auch die gut 100 Beschäftigten in Münster müssen sich um ihre Jobs wohl keine Sorgen machen. Weshalb sie laut Hockemeyer ebenfalls sehr glücklich über den neuen Inhaber sind: „Wer Wöhrl kennt, sagt: ,Die passen zu uns‘.“

Mehrfach bange Wochen

Die münstersche Filiale gilt ohnehin als Perle im Konzern. Sie ist einer der größten und umsatzstärksten unter den 22 Standorten in Nord- und Westdeutschland. Trotzdem durchlebte die Belegschaft mehrfach bange Wochen – erstmals 2005: Da geriet die Konzernmutter Karstadt-Quelle ins Schlingern und verkaufte Sinn-Leffers an den Finanzinvestor DIH.

Als die Modekette 2008 Insolvenz anmeldete und die Hälfte ihrer Filialen schloss, zitterten die Münsteraner erneut. Ihr Standort blieb letztlich erhalten, allerdings verloren rund 40 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Danach waren die 4800 Quadratmeter Verkaufsfläche für eine hohe sechsstellige Summe runderneuert worden.
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