Machbarkeitsstudie beantragt: Stadt will Rad-Autobahnen durchs Münsterland

MÜNSTER Fahrradschnellwege für Pendler quer durch das Münsterland - diese Idee treibt die Stadt Münster voran. Die Verwaltung hat beim Bundesverkehrsministerium Fördergelder in Höhe von 50.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für sogenannte Velorouten beantragt. Sie hat auch schon konkrete Routen im Blick.

  • Um Münster mit anderen Städten zu verbinden, wurden Fördergelder für eine Machbarkeitsstudie für Velorouten beantragt. Die Promenade (Foto) sei schon eine Art Veloroute, sagt Verkehrsplaner Michael Milde.

    Um Münster mit anderen Städten zu verbinden, wurden Fördergelder für eine Machbarkeitsstudie für Velorouten beantragt. Die Promenade (Foto) sei schon eine Art Veloroute, sagt Verkehrsplaner Michael Milde. Foto: Benjamin Glöckner

Mögliche Verbindungen wären im Norden nach Greven und Steinfurt sowie im Osten nach Telgte und Warendorf, sagte am Donnerstag Verkehrsplaner Michael Milde auf Anfrage unserer Redaktion.

Mit der Studie könnten der mögliche Verlauf solcher Routen festgelegt, vorhandene Infrastrukturen wie Wirtschaftswege oder bestehende Freizeitrouten auf ihre Tauglichkeit für eine Veloroute untersucht werden. Dazu zähle zum Beispiel auch der Belag oder die Breite der bestehenden Wege.

Antwort in drei Wochen erwartet

Zudem könnte durch die Studie geklärt werden, wie man mögliche Lücken schließen oder Straßenquerungen vermeiden könnte, ohne dass Radfahrer einen zu großen Umweg in Kauf nehmen müssten, so Milde. Eine Antwort, ob das Ministerium die Kosten für die Studie übernehmen wird, erwartet die Stadt in drei Wochen.
    
Peter Wolter, Vorsitzender des Kreisverbandes Münster des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), sagte am Donnerstag, dass es solche Radschnellwege bereits in Dänemark und den Niederlanden gebe. Und dort seien sehr „positive Erfahrungen“ damit gemacht worden.

Zusätzliche Tempo-30-Zonen?

Der ADFC fordert Fahrradschnellwege für Münster seit einem Jahr. Die Grünen in Münster hatten schon 2011 eine entsprechende Studie angeregt. Der Anteil an Fahrradfahrern im Gesamtverkehr in Münster liege derzeit bei 38 Prozent. „Und wir wollen, dass er bis 2020 auf 50 Prozent steigt“, so Wolter. Doch dafür müsse die Infrastruktur auch innerhalb der Stadt verbessert werden: „Die ist für das Verkehrsaufkommen schon jetzt nicht ausreichend.“

Generell wollte Michael Milde diese Aussage nicht bestätigen, doch es gebe in Münster schon „Querungsstellen, wo es kneift und wo es in Spitzenzeiten auch Mengenprobleme gibt“. Doch neue oder breitere Radwege zu schaffen, sei im Stadtgebiet aufgrund der bestehenden Bebauung nicht so einfach möglich.

Deswegen müsse man noch mehr über die Einrichtung von zusätzlichen Fahrradstraßen und Tempo-30-Zonen nachdenken, um die Lage zu entzerren und das Fahrradfahren auf Münsters Straßen sicherer zu machen.

Trend setzt sich fort

Das ist auch dringend nötig: In der Aaseestadt ist fast jeder zweite Verletzte im Straßenverkehr ein Radfahrer, teilte Polizeisprecherin Tanja Larssen mit. 2011 war an jedem fünften Verkehrsunfall ein Radfahrer beteiligt. Der Anteil der verletzten und getöteten Radfahrer stieg 2011 im Vergleich mit 2010 um 14,42 Prozent.

Und dieser Trend, so Larssen, setzt sich auch in 2012 fort: In der ersten Jahreshälfte stieg die Anzahl der an einem Unfall beteiligten Fahrradfahrer an. Genaue Zahlen nannte Larssen noch nicht.

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Autor
Benjamin Glöckner
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    7. September 2012, 11:26 Uhr
    Aktualisiert:
    7. September 2012, 13:55 Uhr
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