RN-Serie Verkehr: Ortskernsanierung soll mehr Leben ins Dorf bringen

NORDKIRCHEN Der Nordkirchener Ortskern soll im Spätherbst saniert werden. Nachdem die Bezirksregierung Münster Ende 2011 den fertigen Plänen widersprach, konnte der Rat im April den Umbau an der Schloßstraße beschließen. Wie Straße und Gehwege umgebaut und umgestaltet werden, steht fest.

  • Mit der Ortskernsanierung und dem Rückbau der Schloßstraße kommt auch ein Kreisverkehr an den Ortseingang. Dann fahren auch keine schweren Laster mehr durch den Ort.

    Mit der Ortskernsanierung und dem Rückbau der Schloßstraße kommt auch ein Kreisverkehr an den Ortseingang. Dann fahren auch keine schweren Laster mehr durch den Ort. Foto: Nico Drimecker

Eher sind es unsichtbare Details, die noch zu klären sind. Etwa, ob auf den Kurzzeitparkplätzen eine oder zwei Stunden geparkt werden darf. „Das müssen wir noch mit den Kaufleuten bereden“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann.

Warten auf Beschluss 

Aber bevor die entsprechenden Schilder mit dieser Angabe stehen, beginnt erst einmal der Bau. Und davor müssen einige Formalien ad acta gelegt werden. Prinzipiell kann die Ortskernsanierung beginnen. Worauf man wartet, ist der Beschluss des Landeshaushaltes. „Sobald dieser beschlossen ist, erwarten wir den Bewilligungsbescheid über die Fördermittel.“

 
    
Dietmar Bergmann geht dabei von Spätherbst aus. Nachdem aber die Pläne schon einmal mehr oder weniger umgeworfen und überarbeitet wurden und sich die Gemeinde das Maifest 2012 als Termin für die fertige Umgestaltung der Schloßstraße abschminken musste, stehe der Zeitplan erst mit dem Bewilligungsbescheid.

Fördersumme gestiegen

Durch die Verzögerung ist die Gesamtfördersumme von 50 auf 60 Prozent gestiegen. 2,04 Millionen Euro gibt das Land nun zu den Gesamtkosten von 3,4 Millionen Euro. Voraussichtlich. Nach der Überraschung, die die Bezirksregierung Münster der Gemeinde Nordkirchen mit dem Widerspruch beschert hat, ist man etwas vorsichtiger geworden.

„Die Fördermittel werden wohl kommen.“ Ein Schreiben gebe es noch nicht, aber ein Signal. "Die Innenstadt müsse vor allem Touristen mehr anziehen", sagt Dietmar Bergmann. „Die Gastronomie erwartet, dass wir den Kern attraktiver gestalten.“

Breite Fußwege und angenehme Beleuchtung

Zwar gehört dazu jetzt nicht mehr die ursprünglich geplante Pflasterung der Schloßstraße – diese Entscheidung wurde aus Münster gekippt. Aber wichtiger sei die Aufenthaltsqualität, und die steigt nicht zuletzt durch breitere Fußwege, auf denen sich die Gastronomie ausweiten darf, bestückt mit Pflanzen und einer in der Dämmerung angenehmen Beleuchtung.

Obwohl die Investition auch eine Belastung des Haushaltes bis zu 50.000 Euro bedeute, sei die Ortskernsanierung auch eine kluge Investition. „Wir haben 500.000 Besucher am Schloss. Wenn nur ein Teil davon mehr ins Dorf kommt, hilft es allen.“ Den Gastronomen, deren Gewinne steigen, dem kommunalen Haushalt, der davon profitiert, dem „Dorf“, wie es Dietmar Bergmann liebevoll nennt, das eine Nuance mehr Leben bekommt.
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