Gemeinde-Kämmerer nimmt Stellung: Guido Attermeier ärgert sich über Windrad-Diskussion

SAERBECK Guido Attermeier aus der Ruhe zu bringen, ist nicht leicht. Aber auch einem eher stoischen und überlegten Kämmerer kann schon mal der berühmte Kragen platzen. Dann nämlich, wenn’s um seine ureigenen Kompetenzen geht – die gemeindlichen Finanzen. Da ist er empfindlich. Und das, findet er, ganz zu Recht.

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    Windräder sollen für Nachhaltigkeit stehen. Foto: dpa

„Wenn ich lese, das Windrad der Gemeinde im Bioenergiepark koste die Gemeindekasse Liquidität und entsprechendes Zahlenmaterial sei nur auf Nachfrage öffentlich gemacht worden, dann ist diese Behauptung einfach nicht wahr. Auch wenn sie von bestimmten Kreisen aus welchen Gründen auch immer wiederholt wird“, sagt Attermeier kopfschüttelnd.

„Richtig ist, dass wir als Gemeinde selbst keinen Cent in die Hand nehmen. Zu keinem Zeitpunkt werden weder die Liquidität noch der Haushalt der Gemeinde belastet. Wenn das so wäre, hätte ich niemals zugestimmt“, so der Kämmerer. „Im Gegenteil: Ich bin froh, dass wir dieses Windrad bauen.“ Worum geht’s? Im Bioenergiepark werden derzeit die Fundamente für die sieben Windkraftanlagen gebaut, die hier im nächsten Jahr errichtet werden. Eines der Windräder realisiert die Gemeinde Saerbeck.

Vollständig über Darlehen finanziert

Genauer gesagt ist es die SGW Saerwind GmbH & Co KG, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der SGW mbH, die wiederum eine 100%ige Tochter der Gemeinde Saerbeck ist. Die Investitionskosten für das Windrad betragen 5,2 Millionen Euro. „Die Anlage finanziert sich vollständig über Darlehen, die wiederum komplett aus den Erträgen der Windenergieanlage bedient werden“, betont Attermeier.

„Gewinne machen wir von Anfang an. Wir schütten sie nur nicht aus, sondern verwenden sie für die Tilgung der Schulden, um damit den Gewinn auf 20 Jahre gesehen zu optimieren. Das einzige, was stimmt, ist die Aussage, dass nach 14 Jahren direkte Erträge in Form von Liquidität an die Gemeinde ausgeschüttet werden und das sind vorsichtig gerechnet rund 2,2 Millionen Euro auf die letzten sechs Jahre gesehen.

Kein altes Schätzchen

Und die Gemeinde verfügt über diesen Zeitpunkt hinaus über ein schuldenfreies Windrad, das keineswegs ein altes Schätzchen ist“, macht Attermeier deutlich. Dieses Modell sei weder geheim, noch hinter verschlossenen Türen erarbeitet worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. „Da wird ein Konzept mies gemacht, in das ich auch persönlich viel Zeit und Fachwissen investiert habe. Da wird meine Arbeit mit Füßen getreten.“

Gemeinsam mit der Kreissparkasse hat Attermeier das kommunale Finanzierungskonzept für eine Windkraftanlage entwickelt. Ein Konzept, dem die Finanz- und Kommunalaufsicht ohne Wenn und Aber zugestimmt hat.

Maßgeschneidertes Finazierungsmodell

„Wir setzen mit unserem kommunalen Finanzierungskonzept für das Windrad auf Nachhaltigkeit“, sagt Guido Attermeier, „und auf ein für uns als Gemeinde Saerbeck und für weitere Kommunen maßgeschneidertes, abgesichertes Finanzierungsmodell.“

Attermeier hofft für die bevorstehenden Festtage, dass auch die Kritiker das Konzept der Nachhaltigkeit anerkennen müssen, wenn sie die Fakten ihn Ruhe abwägen.
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Autor
Grevener Zeitung
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    21. Dezember 2012, 16:43 Uhr
    Aktualisiert:
    21. Dezember 2012, 16:43 Uhr