ESSEN Mozart, Songs der Rolling Stones aus den 1960er Jahren und Neue Musik aus Island und den USA: Schon die Musikauswahl gibt Hinweise auf die stilistische Bandbreite des neuen, dreiteiligen Tanzabends "Zeitblicke" des Aalto Balletts. mehr...
ESSEN Auf der Psychiater-Couch in der Casa: Eine Gute-Laune-Therapie bescherten dem Publikum "Holger, Hanna und der ganze kranke Rest". Die deutsche Erstaufführung von Jan Demuths humorvoll-ironischem Stück über das Gefühlschaos in der Pubertät und verständnisvolle Eltern feierte am Wochenende Premiere in der kleinen Spielstätte des Essener Grillo Theaters. mehr...
MÜNSTER Meinhard Zanger blickt begeistert zu einem gewaltigen, vorsintflutlichen Kran an Münsters Hafen empor: „Der muss bleiben, den können wir in unsere Inszenierungen einbauen“, sagt er. Der Intendant des Wolfgang Borchert Theaters will hoch hinaus. Und vor allem will er umziehen. Dafür stehen die Chancen jetzt sehr gut. mehr...
MÜNSTER In der Operette „Die Banditen“ steckt Zündstoff. Komponist Jacques Offenbach übt rigoros Kapitalkritik. Mit beißender Satire. Er heizt korrupten Machthabern, gesinnungslosen Bankern und Spießbürgern ordentlich ein. 150 Jahre alt, passt das formidabel zur aktuellen „Schuldenkrise“. Bahn frei für ein Feuerwerk! Doch die Premiere an den Städtischen Bühnen Münster blieb lauwarm. Das Regieteam erntete am Sonntag nur freundlichen Applaus, gespickt mit deutlichen Buhrufen. mehr...
KÖLN Vor gut einem Jahr waren die überdrehten Inszenierungen von Herbert Fritsch noch ein Theater-Geheimtipp. Nachdem er 2011 gleich mit zwei Arbeiten zum Berliner Theatertreffen geladen war, reißen sich die großen Bühnen um ihn. mehr...
KÖLN Auf gerade einmal 15 Seiten verknüpft Heinrich von Kleist in seiner Novelle "Das Erdbeben von Chili" nicht nur die tragische Geschichte einer verbotenen Liebe mit einem Bericht von der furchtbaren Naturkatastrophe, die im Jahr 1647 etwa ein Drittel der Bevölkerung von St. Jago die Chili getötet hat. mehr...
DÜSSELDORF Nurkan Erpulat erntete für die Ruhrtriennale-Produktion "Verrücktes Blut" viel Lob, nun hat er als neuer Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus David Gieselmanns "Herr Kolpert" inszeniert. Aber die schwarze Komödie über die Abgründe hinter der bürgerlichen Fassade ist ihm recht langatmig geraten. mehr...
BOCHUM Nebel wabert in die Zuschauerreihen. Voll steht der Mond am Bühnenhimmel. Der erste Blick zeigt: Hier geht es um große Gefühle. Die Sehnsucht nach der Ferne und das Heimweh haben durch alle Zeiten Stoff genug geboten für Dichter und Sänger. Stoff genug für Thomas Anzenhofer, der mit "Heimat ist keine Lösung" in den Bochumer Kammerspielen zu einer musikalischen Expedition in die Ferne einlädt. mehr...
DORTMUND Was machen sie und wann? Wer liebt wen? Warum ist egal. Solche Schlüsselloch-Fragen interessieren Menschen, die anderen beim Privatleben zuschauen. Sei es im Big Brother-Container oder im Dschungelcamp. Und sie interessierten Mozart, der die These aufgestellt hat: "So machen es alle Frauen" - "Cosi fan tutte". mehr...
RECKLINGHAUSEN Die 66. Auflage der Ruhrfestspiele wendet ihren Blick gen Russland. "Im Osten was Neues: Von den fernen Tagen des russischen Theaters in die Zukunft" ist Motto des Festivals vom 1. Mai bis 16. Juni. In den 80 Produktionen stehen russische Autoren im Mittelpunkt. mehr...
DÜSSELDORF Trist und karg ist die Bühne, knapp die Stummelsätze - doch dem Mimen-Quartett gelingt es, im Düsseldorfer Schauspielhaus 100 Minuten lang eine beklemmend-düstere Atmosphäre zu schaffen: Die Koproduktion mit den Berliner Festspielen "Tage unter" von Arne Lygre feierte nach der Berliner deutschsprachigen Erstaufführung im Dezember jetzt Premiere in der Rheinstadt. mehr...
OBERHAUSEN Die goldenen Jahre der Operette schicken sich nicht an, ans Theater Oberhausen zurückzukehren. Das dort am Freitagabend als "proletarische Operette für das 21. Jahrhundert" uraufgeführte Stück "Schöne Tage" erweist sich vielmehr als trashige Endzeit-Vision, bei der sich neun Schauspieler und zwei Musiker im Ghetto einer eingezäunten Müllkippe auf vulgärste Weise artikulieren. - Mehr als nur andeutungsweise niedere Instinkte ausleben und zwischenzeitlich psychedelische Popsongs zum Besten geben. "Operette" ist da reiner Etikettenschwindel. mehr...
GELSENKIRCHEN Großstadt-Triptychon: so heißt ein brisanter Abend im Großen Haus des Musiktheaters im Revier, der drei Operneinakter vorstellt, die in den zwan-ziger Jahren zwischen 1927 und 29 entstanden sind. In einer Krisenzeit, die der heutigen bedrohlich ähnelt. mehr...
MÜNSTER In der griechischen Mythologie geht es nicht zimperlich zu. Am schlimmsten treibt es wohl Medea, die ihre eigenen Kinder umbringt, um sich an ihrem treulosen Gatten Jason zu rächen. Modernes Regietheater inszeniert diese Tat gerne als Schlachthaus. Nicht so das Junge Theater Cactus. mehr...
HAGEN Fast wäre nichts aus dem Kult um das Monster Rocky, den außerirdischen Transvestiten Frank'n'Furter und sein schrilles Horrorschloss geworden. Als Richard O'Brian und Jim Sharman 1975 ihr Musical "The Rocky Horror Show" nach knapp zwei erfolgreichen Bühnen-Jahren ins Kino brachten, da wollte es kaum jemand sehen. Erst im zweiten Anlauf gab es den Leinwanderfolg und den zündenden Funken zum Fan-Ritual. mehr...
DORTMUND Die Bühne mit Treppe, karikierten Säulen und riesigen Plüschtieren ist das Zerrbild eines griechischen Tempels. Die Herren tragen Toga, Rock und Pumps. Schon beschleicht uns eine ungute Vorahnung. Und die trügt leider nicht. mehr...
GELSENKIRCHEN "Die Comedian Harmonists" im Kleinen Haus des Musiktheaters Gelsenkirchen: So gefragt, so restlos ausverkauft und am Ende so begeistert aufgenommen hat man eine Premiere hier selten erlebt. "Veronika, der Lenz ist da" oder "Mein kleiner grüner Kaktus" - es ist nicht nur der Charme solcher Evergreens, die das Publikum magisch anzieht, da ist viel Sehnsucht nach einer verlorenen Zeit mit im Spiel. mehr...
MÜNSTER Lecker: Mal eben zum Thai-Imbiss an der Ecke zu flitzen und die Nummer 35 zu bestellen, Hühnerfleisch mit Gemüse, war immer ein Genuss. Jetzt nicht mehr. mehr...
MÜNSTER Die Zeit verlangsamt sich, wenn Romeo und Julia sich ineinander verlieben. Mit hängenden Armen stehen sie voreinander, sehen sich nur an. Unter ihnen dreht sich eine Bühnenscheibe: Das Karussell ihrer Liebe hat Fahrt aufgenommen und wird sie schnurstracks ins Verderben stürzen. Doch noch hält die Zeit den Atem an: Im Hintergrund verrenken zugekokste Partygäste in Zeitlupe ihre Glieder. Die Techno-Bässe wummern. mehr...
BOCHUM Lämmchen und Pinneberg drehen sich im Walzerkreis. Fröhlich und unbeschwert. Bis sie diesen Satz spricht, der von nun an wie ein Damoklesschwert über dem jungen Glück baumelt: "Ich bin im zweiten Monat schwanger." mehr...
DÜSSELDORF Momentaufnahmen von Zeiten des Umbruchs und einer ungewissen Zukunft hat Isaak Babel in "Marija" in acht Bildern beschrieben. Schlaglichtartig setzt Regie-Altmeisterin Andrea Breth dieses selten gespielte Stück von 1935 für das Düsseldorfer Schauspielhaus in Szene. Das Familiendrama, das auch ein Gesellschaftsporträt der Zeit um 1920 in Petrograd zeichnet, wurde vom Premierenpublikum am Samstag mit viel Applaus belohnt. mehr...