"Holger, Hanna und der ganze kranke Rest": Amüsante Therapiestunde in Essener Casa
ESSEN Auf der Psychiater-Couch in der Casa: Eine Gute-Laune-Therapie bescherten dem Publikum "Holger, Hanna und der ganze kranke Rest". Die deutsche Erstaufführung von Jan Demuths humorvoll-ironischem Stück über das Gefühlschaos in der Pubertät und verständnisvolle Eltern feierte am Wochenende Premiere in der kleinen Spielstätte des Essener Grillo Theaters.
Jannik Nowak, Holger Kunkel, Silvia Weiskopf (Jan Demuth)
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Leicht überdreht und mit einer wunderbaren Tragikomik, die an Woody Allens Filme erinnert, geht die Sitzung beim Psychologen, der allerdings nur als imaginärer Ansprechpartner vorhanden ist, über die Bühne. Den pointenstarken Text spielt das tolle Mimen-Quartett gekonnt aus - in einem poppig ausgestatteten Bilderreigen, den Henner Kallmeyers mit viel Gespür für Situationskomik inszeniert hat.
Beziehungen verdichtet
Autor Demuth hat, durch die extreme Verdichtung der Beziehungen seiner vier Figuren, eine sarkastisch-witzige Parodie von Typen und Situationen geschaffen. Teenager Holger wird zum Therapeuten geschleppt und erzählt seine Sicht der Geschichte und seine (Alb-)Träume, die episodenweise vom spielfreudigen Ensemble in Dialog-Szenen umgesetzt werden.
Jannik Nowak glänzt in dieser munteren Inszenierung als 16-jähriger Holger, der nicht unter der Scheidung seiner Eltern leidet, wie diese meinen, sondern an einer unerwiderten Liebe zur zwei Jahre älteren Hanna, in dieser Rolle Silvia Weiskopf als attraktive Läuferin und Kämpferin für Tierrechte. Diese junge Frau wiederum hat sich sein Papa geangelt, den Holger Kunkel als unter Jugendwahn leidendem Zahnarzt gibt. Bettina Schmidt spielt die esoterisch veranlagte Mama, die wegen des Lolita-Abenteuers ihres Gatten nach Bali flieht. - Eine theatralische Therapiestunde, die man sich nicht entgehen lassen sollte.





