"Fickende Fische" im Theater: Das erste Mal trotz HIV

BOCHUM Die erste Liebe ist aufregend, macht stark, ist schwierig. Und sie kann gefährlich sein, wenn man wie Jan HIV-positiv ist. Davon erzählt "Fickende Fische" von Almut Getto. Martina van Boxen hat den vielfach ausgezeichneten Film zehn Jahre nach seiner Entstehung das erste Mal für das Theater adaptiert und dafür im Theater Unten des Bochumer Schauspielhauses eindringliche Bilder gefunden.

  • Jan (Dimitrij Schaad) träumt von Nina.

    Jan (Dimitrij Schaad) träumt von Nina. Foto: Küster

Dimitrij Schaad spielt Jan als einen schüchternen, etwas verschrobenen Jugendlichen, der alles über Fische, aber wenig über Sex und die Liebe weiß. Anna Döing ist als Nina frech und selbstbewusst. Großartig, wie sich die beiden näher kommen, vorsichtig, peinlich manchmal, jeder Schritt kostet Mut - das fühlt jeder im Publikum mit, jung oder alt. Fast kommt es zum ersten Sex, doch Jan traut sich nicht, von seiner Krankheit zu erzählen.

Unterwasseraufnahmen

Mit einfachen Mitteln gelingt es Martina van Boxen, die Zuschauer hineinzuziehen in die Geschichte. Wo der Film die beiden Jugendlichen in träumerischen Unterwasseraufnahmen zeigt, steckt Dimitrij Schaad seinen Kopf in ein kleines Aquarium. Und mit einer Handbewegung zaubert er die Flucht-Orte für sich und Nina als Projektionen an die Betonwand des Theaters.

Drei Schauspieler teilen sich die anderen Rollen

Nur drei Schauspieler und der Musiker Manuel Loos teilen sich alle anderen Rollen. Ein paar Perücken machen aus Bettina Engelhardt die Mütter der beiden oder Nachbarin Angel, Werner Strenger spielt beide Väter und Klaus Weiss wird zum Großvater, Arzt oder Aquaristikhändler. Gleichgültig, hilflos, aufgesetzt freizügig oder überfürsorglich - sie alle meinen es gut und machen es meistens falsch.

Nachdenken über Aids

In Zeiten, in denen die Zahl der HIV-Infizierten wieder steigt, ist "Fickende Fische" Anlass, über Aids nachzudenken. Zuallererst aber geht es um Pubertät, um Liebe, um all die Unsicherheiten rund um das Thema Sex. "Sprecht miteinander" ist eine Botschaft der Produktion des Jungen Schauspielhauses. Sie meint damit Jugendliche genauso wie die erwachsenen Zuschauer. Im Theater Unten, mit Jan und Nina, können beide einander verstehen lernen.

Karten: Tel. (0234) 33 33 55 55.
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