WLT in Castrop-Rauxel: "Die Brüder Löwenherz": Grusel im Fackelschein

CASTROP-RAUXEL Es ist kein leichtgewichtiges Buch von Astrid Lindgren, das Klaus Hemmerle und Christian Schönfelder für die Bühne bearbeitet haben: "Die Brüder Löwenherz", am Sonntag vom Westfälischen Landestheater gespielt, handelt auch vom Sterben.

  • Die Brüder Löwenherz mit Erzählerin.

    Die Brüder Löwenherz mit Erzählerin. Foto: Beushausen

Karls großer Bruder Jonathan verliert sein Leben, als er Karl vor dem Feuer rettet. Schon vorher hat er vom Jenseitsland Nangijala erzählt. Bald folgt der todkranke Karl dem Bruder nach - und wirklich sind sie in Nangijala wieder vereint.

Man muss den Stoff als Trost-Fantasie für Kinder sehen, als Antwort auf die Frage, wo wir hingehen, wenn wir sterben.

Abenteuerlicher Kampf

Tatjana Fernaus Inszenierung macht von Metaphysischem nicht viel Aufhebens. Im Mittelpunkt steht ein abenteuerlicher Kampf, den die tapferen Brüder Löwenherz in ihrer neuen Heimat austragen.

Ein Tyrann hat das Nachbartal unterjocht, ein Drache ist sein williger Diener.

Kleine Mittel, große Wirkung

Das Stück ist geprägt von einem klugen Minimalismus, der am WLT zu den Haustugenden gehört. Kleine Mittel, große Wirkung. Dietmar Teßmanns Bühne besteht aus bemalten Kulissen, die wahlweise Gasthaus, wilde Berge oder Verließ abgeben. Tauben, Pferde, Drachen existieren nur als Vorstellung, eine Erzählerin (aufgeweckt: Nele Swanton) treibt die Handlung voran.

    
Für gelinden Grusel braucht es bloß gedämpftes Licht mit Fackelschein und zwei Maskierte unter hohen Helmen. Beunruhigend sägt ein Cello und die Stimmen der Schergen sind mit Hall unterlegt. Gut gelöst.

Atmosphäre

Nicht einmal die Geräusche-Trickkiste wird bemüht, die Stimmfärbung schafft Atmosphäre: Beklemmung in der Grotte, Atemlosigkeit auf der Flucht.

Das Stück steht und fällt mit den Darstellern und die sind gut. Nils Daub spielt den Karl, Maximilian von Ulardt den Jonathan, auch Steffen Weixler zeigt große Präsenz. Brüder, die zusammenhalten, werden immer gewinnen. 80 Minuten kurzweiliger Kinder-Ertüchtigung.

Termine: 19./20.12., Karten: Tel. (02305) 97 80 20.
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viele Monate hat ein Jahr?