Oper: "Die Hochzeit des Figaro": Klassisch, aber nicht altbacken
DUISBURG Ganz klassisch kommt Michael Hampes Neuinszenierung von Mozarts "Hochzeit des Figaro" an der Rheinoper daher - und ist doch alles andere als altbacken. Im Theater Duisburg agiert dazu ein ebenso klangschönes wie spielfreudiges Mozart-Ensemble.
Ein wunderbares Ensemble in toller Ausstattung.
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Komödien-Tempo
Die Handlung um die durch die erotischen Ansprüche eines Grafen herausgezögerte Bediensteten-Heirat hat das Tempo einer gesprochenen Komödie und wird dabei selbst in den Arien und musikalischen Ensemble-Nummern kaum ausgebremst. Die intelligente und feine Personenführung macht die komischen Verwicklungen sehr anschaulich.
Durch Mozarts wundervolle "Figaro"-Musik aber, eine Perlenkette einiger seiner schönsten Gesangsmelodien, wird der Operngenuss vollkommen. Zu hören sind in Duisburg durchweg lyrische Stimmen mit hoher Legato-Kultur, die sich zu einem ausgewogenen Mozart-Ensemble ergänzen.
Mozart vom Feinsten
Anett Fritsch gibt der Zofe Susanna Anmut und Warmherzigkeit, Adam Palka singt den Figaro mit flexiblem, kernigem Bariton. Laimonas Pautienius und Sylvia Hamvasi glänzen als Graf und Gräfin, Letztere sowohl mit verströmender Lyrik als auch mit wohl dosierter Strahlkraft. Die junge Maria Kataeva debütierte bei der besuchten zweiten Vorstellung mit Witz und Charme erfolgreich in der Hosenrolle des Cherubino.
Die Duisburger Philharmoniker spielten unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober eine quirlig-präzise Ouvertüre und begleiteten danach sensibel und sängerfreundlich. Dreieinhalb Stunden Mozart vom Feinsten.




