Sensationelle "Manon": Luxusfrau mit Luxusstimme

DORTMUND Tolle Musik, eine romantische Liebesgeschichte, die zum Weinen anrührend ist. Trotzdem schafft es Jules Massenets Oper "Manon" in Deutschland nicht auf die Spielpläne. Zwei Dutzend Opern hat der Franzose komponiert. Sie sind hierzulande schlicht vergessen.

  • Eleonore Marguerre spielt Manon, hier als Mädchen.

    Eleonore Marguerre spielt Manon, hier als Mädchen. Foto: Anke Sundermeier / Stage Picture

Und wenn es "Manon" sein soll, greifen die meisten doch lieber zu "Manon Lescaut" von Puccini. Vor 100 Jahren starb Massenet, die Oper Dortmund würdigt den Todestag mit einer konzertanten Aufführung der "Manon".

Die Premiere Sonntag im Opernhaus war ein grandioses Fest der schönen Stimmen. Schade für die vielen Zuschauer, die nicht dabei waren.

Kein glücklicher Termin

Der dritte Advent war kein sehr glücklicher Termin, um das Haus zu füllen. Verpasst haben die Besucher, die nicht da waren, Eleonore Marguerre als sensationelle Manon mit dem koranischen Tenor Kyungho Kim an ihrer Seite als Gast in der Rolle von Manons Geliebtem Chevalier Des Grieux.

    

So eine Manon, die an diesem Abend keinen Vergleich mit Superstars wie der Netrebko zu scheuen brauchte, würde auch die ganz großen Häuser schmücken.

Mädchenhaftes Flirten

Die Leichtigkeit, mit der Eleonore Marguerre Spitzentöne ansetzt, wie sie ihre Stimme aufblühen lassen kann und wie geschliffen sie Phrasen aussingt, ist ein Ereignis.

Das mädchenhafte Flirten der 16-jährigen Manon, die Verführerin, die ihren Geliebten aus dem Kloster lockt, die rauschhafte Vergnügungssüchtige, Schmerz und Verzweiflung - all das hat Eleonore Marguerre in der Stimme, um die lebenlustige Luxusfrau mit Luxusstimme und Riesenausstrahlung auf die Bühne zu bringen. Diese Sopranistin möchte man gerne mal als Traviata hören.

Gastsänger ist eine Entdeckung

Kyungho Kim sang den Mann, der Manon hörig ist, mit baritonal gefärbtem, kleinen, sehr kultivierten Verdi-Tenor. Und einer Stimme, die standhafter ist als der Chevalier. Dieser Gastsänger war ebenfalls eine Entdeckung. Sehr lyrisch und leise klang Bariton Gerardo Garciacano als Manons Cousin Lescaut. Stark war auch Wen Wei Zhang als Vater Des Grieux.

Die Dortmunder Philharmoniker spielten unter Leitung von Lancelot Fuhry in relativ kleiner Besetzung. Zuweilen hörte man, dass dieses Werk auch für das Orchester Neuland ist und eine Dortmunder Erstaufführung war.

Vier Kleider der Manon

Ein bisschen Szene hat die Oper in diese konzertante Aufführung mit Auf- und Abgängen von Opernchor und Solisten und vier Kleidern der Manon auch gebracht. Aber bei diesen Stimmen kann man das Bühnenbild verschmerzen. Unbedingt hingehen!

Es gibt nur noch einen weiteren Termin am 13.1. um 18 Uhr im Opernhaus. Karten: Tel. (0231) 502 72 22.
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