Medienhaus Lensing
THEMA Trauer
25.10.2011 15:04 Uhr
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Hilfe für Angehörige: Apps, Portale und Co.: Trauer im Internet

DORTMUND Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist die Lücke groß, die er hinterlässt. Allein mit der Beerdigung ist das Abschiednehmen nicht getan. Trauer braucht ihre Zeit und einen Ort, an dem man sie verarbeiten kann. Oft suchen Hinterbliebene Hilfe im Internet.

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Die alten Rituale allein reichen vielen Angehörigen nicht mehr - Trauernde müssen deshalb neue Formen finden, ihren Schmerz auszudrücken. Das Internet mit seinen Trauer-Blogs, Portalen, Foren und Chats bietet eine solche Möglichkeit. (Foto: dpa)

Warum musste gerade dieser Mensch sterben und wieso ausgerechnet jetzt? Auf diese Fragen findet man natürlich auch in den Weiten des Internets keine Antwort. Der Schmerz lässt sich nicht wegklicken.

Egal ob man mit seinem Schmerz allein sein und ihn auf Plattformen in Worte fassen möchte, ob man Trost bei Ansprechpartnern oder anderen Trauernden sucht oder ob man sich mit Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen, austauschen möchte: Im Netz gibt es verschiedenste Anlaufstellen für die Angehörigen. Wir stellen einige kurz vor.

Fotostrecke Trauer im Internet



Gemeinsam mit der Familie trauern auf gedenkseiten.de

Oft wohnen Familien und Angehörige weit entfernt voneinander und suchen trotzdem einen Ort, an dem sie gemeinsam trauern können. Das Portal gedenkseiten.de bietet eine Lösung. Dort kann man interaktive Gedenkseiten erstellen und diese mit Freunden und der Familie teilen. Auch eine Gedenkseite für den Verstorbenen kann man entzünden und die Erinnerung auf der Gedenktafel verewigen.


Gedenk-Portal trauer.org

Anonym und ohne Zeilenvorgaben dürfen Trauernde ihren Schmerz in Worte fassen – zum Beispiel an der Klagemauer. Man kann Blumen pflanzen oder eine Kerze anzünden. In einem Nachruf haben Angehörige die Möglichkeit, dem Verstorbenen einen Brief zu schreiben. Wer kein Freund großer Worte ist, zündet eine virtuelle Kerze an. Das Forum steht den Trauernen offen. Dazu gibt es Bücher- und CD-Tipps. Auch Online-Seminare werden angeboten.


Free Candle: Kerzen-App fürs Smartphone

Kerzen anzünden und so den Verstorbenen gedenken geht nicht nur in der Kirche, sondern auch virtuell. Die App "Free Candle" liefert zehn verschiedene Kerzentypen, die man per Fingerwisch anzünden und flackern lassen kann. Durch Pusten ins Mikrofon lässt sich die Kerze wieder ausblasen.


Online-Ratgeber beileid.de

Was passiert nach der Bestattung? Wie kann man mit dem Gefühl von Verlust umgehen? Und wo im Netz gibt es hilfreiche Anlaufstellen? Die Seite beileid.de beantwortet Fragen rund um das Thema Trauer und nimmt in Form eines Ratgebers verschiedene Positionen ein. Angehörige finden Hilfestellung zum Trauerprozess. Die Seite erklärt, wie man sein Beileid angemessen ausspricht oder eine Grabrede verfasst. Man kann individuelle Trauerkarten erstellen und nach Hause liefern lassen und sich über praktische Themen wie Erbrecht oder Grabfloristik informieren


Austausch mit anderen Trauernden auf allesistanders.de

Wer sich mit anderen Trauernden austauschen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Es gibt feste Chatzeiten, einen Master, der auch die Themen überwacht und Foren zu verschiedenen Themen. Außerdem werden reale Kurse und Trauer-Seminare mit Veranstaltungsort und –zeit vorgestellt, für die man sich anmelden kann.


trauer.de bietet Kondolenzbuch

Jeder Verstorbene erhält einen eigenen Trauerbereich. Ein Bild mit persönlichen Daten erscheint und dazu eine Liste mit den trauernden Angehörigen. Im Kondolenzbuch darf jeder sein Beileid aussprechen, man kann virtuelle Gedenkkerzen anzünden. Wer möchte, kann mehrere Bilder online stellen, die Galerie durch Erinnerungen und Anekdoten aus dem Leben des Verstorbenen ergänzen. Das Portal gibt Tipps: Wie kondoliert man angemessen? Wie schreibt man eine Trauerrede? Dazu informiert eine Checkliste über wichtige Formalitäten beim Todesfall.


Link-Sammlung mit praktischen Infos auf gute-trauer.de

Dieses Portal ist ein Sammelpunkt rund ums Thema Trauer: Wichtige Anlaufstellen, Trauerbegleiter in der Region und Links auf andere Trauer-Portale werden hier gebündelt angezeigt. Auch wichtige Ratschläge für die Beerdigung und die Grablegung sowie eine Liste von Abschiedsritualen bekommt man.


App mit Trauerbildern fürs Smartphone

Trauerbilder sollen Angehörigen bei der Bewältigung eines Trauerfalls helfen. Die App enthält eine Sammlung mit kunstvollen Trauerbildern, Sterbe- und Erinnerungsbildern. So können Angehörige ein passendes Motiv für das Sterbebild suchen.


trauernetz.de ist ein Portal der evangelischen Kirche

Sehr poetisch geht dieses Portal mit dem Thema um. Je nach Gefühlszustand kann man verschiedene Gedichte, Gebete und Meditationstexte auswählen. Trauernde finden praktische Tipps zum richtigen Umgang mit der Trauer: Allerdings sind die Tipps lyrisch in Geschichten und Beispiele verpackt. Foren und ein Chat laden zum Austausch mit anderen Angehörigen ein, es gibt Buch-, Film- und CD-Tipps. Und über eine Suchfunktion kann man sich nach Trauerbegleitung in der eigenen Region umschauen.


trauer-kinder.org ist eine Anlaufstelle für Kinder

Dieses Portal richtet sich ausschließlich an trauernde Kinder und Jugendliche. Die Ansprechpartner stellen sich kurz mit Bildern vor, so haben die jungen Nutzer ein Gesicht vor Augen, wenn sie sich durch die Homepage klicken. Sie dürfen ein eigenes Herzbild aussuchen und einen Wunsch aufschreiben oder einen Ballon mit einer Zettel-Botschaft für den Verstorbenen steigen lassen. Außerdem werden die Kinder aufgerufen, ein Bild zu malen und einzuschicken, es wird dann später auf dem Portal angezeigt. Auch einen Elternbereich gibt es, außerdem Hörspiele zum Herunterladen und Geschichten zum Vorlesen.



trauerraum.de ist ein Portal der katholischen Kirche

Ein Team katholischer Seelsorger will auf dieser Seite Trost spenden – und bezieht sich auf Bibelstellen und religiöse Erklärungen. Die Texte sind auf die verschiedensten Trauerfälle und Gefühle zugeschnitten.
An der Klagemauer kann man digitale Botschaften verstecken, es gibt eine Wiese mit Gedenksteinen. Wer möchte, darf außerdem eine virtuelle Kerze gestalten, eine Botschaft auf digitalem Briefpapier schreiben oder eine virtuelle Kerze anzünden, die dann auf dem Bildschirm flackert.

Der Abschied fällt nie leicht

Trauer braucht ihre Zeit, der Verlust lässt sich nicht so leicht verarbeiten. Auch das eigene Leben kann schnell vorbei sein. Eine schreckliche Vorstellung - Dennoch sollte jeder für den Ernstfall vorgesorgt haben. Wo Hinterbliebene Hilfe finden und wie man das Thema behutsam angeht, zeigen wir Ihnen hier.


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